Das ist das Mindeste!" Unter diesem Motto ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf, am Tag der Arbeit für faire Löhne und mehr soziale Sicherheit einzutreten. Im Rems-Murr-Kreis veranstaltet der Ortsverband Winnenden am 1. Mai von 10 Uhr an ein Weißwurstessen mit anschließender Kundgebung in der Alten Kelter.
Während das allgemeine Thema die Forderung nach angemessenen Lohnzuwächsen und nach dem Verzicht auf sogenannte prekäre Beschäftigungsverhältnisse ist, soll nach den jüngsten Vorfällen auch ein deutliches Zeichen gegen rechte Umtriebe gesetzt werden. Der "feige, kaltblütige neofaschistische Brandanschlag" auf fünf junge Männer vor zweieinhalb Wochen auf dem Winterbacher Engelberg dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben, sagt der Fellbacher DGB-Ortsverbandsvorsitzende Dieter Keller. Genauso erschüttert sei er von der Enthüllung, dass die als rechtsextrem eingestufte NPD über mehrere Jahre hinweg in einer Korber Gastwirtschaft heimlich habe Parteitage abhalten können. Dass der Bürgermeister der Gemeinde, Jochen Müller, und der Landrat Johannes Fuchs dies gewusst und nichts davon hatten verlautbaren lassen, sei "durch nichts zu rechtfertigen", sagt Keller: "Ihr Rücktritt ist dringend geboten." Darin ist der Fellbacher mit seinem Schorndorfer Vorstandskollegen Walter Burkhardt einig. Der bezieht in die Rücktrittsforderung auch noch den Chef der Rems-Murr-Polizei, Ralf Michelfelder ein, schließlich habe dieser dem Bürgermeister ja offenbar dazu geraten, die Sache geheim zu halten.
Wolfgang Feller, der Vorsitzende des Winnender Ortsvereins, der die diesjährige Kundgebung organisiert, hat sich dazu noch keine abschließende Meinung gebildet. Gleichwohl wolle man am 1. Mai in Winnenden auch ein klares Signal aussenden, dass man weder rechte Umtriebe noch Gewalt toleriere. So gebe man unter anderem auch Vertretern des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden Gelegenheit, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, und am frühen Nachmittag werde in der Alten Kelter ein Theaterstück gegen Mobbing aufgeführt.