Stuttgart - In Feuerbach grillen Leute in einer Garage, in Schwieberdingen kommt ein Vater auf die Idee, die Wohnung beim Kindergeburtstag mit einem Grill zu beheizen. Im Interview erklärt Karsten Homrighausen von der Branddirektion Stuttgart, was das Grillen in geschlossenen Räumen so gefährlich macht.
Herr Homrighausen, haben Sie dieses Jahr schon mal gegrillt?
Ja, aber im Freien.
Das Wetter hat ja in letzter Zeit so manches Grillfest draußen verhindert. Bringt einen das auf die skurrile Idee, drinnen zu grillen?
Das ist sicherlich ein Aspekt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung verweist aber auch darauf, dass Fernsehspots in der letzten Zeit das Grillen in geschlossenen Räumen nahelegen. Ich selbst habe das zwar noch nicht gesehen, aber im Internet Angebote entdeckt, bei denen angeblich der Hersteller von Holzkohlegrills auch den Einsatz im Innenbereich bei ausreichender Durchlüftung einräumt.
Stimmen Sie zu?
Ich rate ausdrücklich davon ab, im Gebäude brennbare Stoffe wie Holz, Kohle oder auch Gas offen zu verbrennen. Bei jeder Verbrennung entsteht Kohlenmonoxid, das sich drinnen nicht wie an der frischen Luft verdünnen und so auch verflüchtigen kann. Als Otto Normalverbraucher kann man nie sicher sein, ob die Durchlüftung ausreicht, da die Ansammlung von Kohlenmonoxid nicht sichtbar ist. Besonders gefährlich ist, dass jeder anders auf dieses giftige Gas reagiert. Erwachsene zeigen vielleicht noch gar keine Symptome, während es beim Kind viel schneller wirken kann.
Wieso ist Kohlenmonoxid so gefährlich?
Es ist ein farb- und geruchloses, aber hochgiftiges Gas, das über die Atmung aufgenommen wird. Sofort bindet es sich an das Hämoglobin, das den Sauerstoff nicht mehr aufnehmen kann. Die Folge: Man erstickt innerlich.