Mit zwei erfolgreichen Nationalspielern, einem absoluten Nachwuchstalent und begeisterten Eltern ist die Familie Müller aus Gemmrigheim eine wahre Sportfamilie. Bei ihnen dreht es sich aber nicht um eine bekannte Ballsportart, wie Fußball oder Handball, sondern um das aufstrebende Ultimate Frisbee. Die beiden älteren Brüder Marco (angehender Student, 20 Jahre) und Nico (Schüler, 17 Jahre) sind fester Bestandteil der Jugend-Nationalmannschaften und mit einem kleinen Bruder namens Luca (elf Jahre) wird schon das nächste Talent an den Sport herangezogen. Zuvor hütete Marco noch das Handballtor und Nico kämpfte beim Judo um Punkte. Doch der Frisbeesport zog letztendlich beide in seinen Bann. Vor allem der "Spirit of the Game", also die Fairness des Spiels, begeistert die beiden ungemein.
Doch wie kam es zur Begeisterung für die Scheibe? Alles begann, als Marco bei einer Fortbildung für Jungscharleiter einen Frisbeespieler aus Bönnigheim kennen gelernt hat. Er war verantwortlich, dass Marco im Jahre 2003 , bei einer Freizeitgruppe in Bönnigheim das Friesbeespielen begann. Begeistert von diesem Spiel, gewann Marco immer mehr Fans für die fliegende Scheibe und hatte schnell genug Spieler zusammen, um seine eigene Frisbeegruppe zu gründen. Auf dem Gemmrigheimer Aldiparkplatz versammelten sich nach Ladenschluss die Spieler und ein neuer Trend wurde geboren. Nachdem Marco mit seiner Mannschaft, zu der dann auch Bruder Nico gehörte, an vielen Freizeitturnieren teilnahm, wurde der Nationaltrainer auf Marco aufmerksam. Daraufhin trainierte er beim lang etablierten Frisbeeverein in Massenbach. Schnell spielte sich Marco in die Mannschaft und es zeichneten sich erste Erfolge in der dritten Liga ab. Nun ging alles sehr schnell: Marco"s Freizeitgruppe wurde immer professioneller. Sein Vater konnte eine Firma aus Ludwigsburg, die Amaturen herstellt, als Sponsor gewinnen und unterstützt selbst mit großem Eifer den Sport seiner Jungs. Die Frisbeefreizeitgruppe gründete eine eigene Abteilung beim VfL Gemmrigheim und die Erfolge der Brüder ließen daraufhin nicht lange auf sich warten. Marco und Nico wurden mit ihren Mannschaften Deutscher Meister, bevor es dann auf die Internationale Bühne ging.
Beide erspielten sich einen Stammplatz in der Nationalmannschaft und bereisen seitdem viele Länder. So schnappten Marco und Nico 2007 ihren Vater und flogen nach South Hampton zur Europameisterschaft. 2008 wagten die Brüder alleine den Trip nach Vancouver um zusammen im U20-Team bei der Weltmeisterschaft anzutreten. Es folgten Turniere in ganz Deutschland, doch auch Amsterdam oder Kopenhagen sind für die "Müllerjungs" mittlerweile keine fremden Städte mehr. 2009 wurde die Jugendweltmeisterschaft in Wien mit einem Kurzurlaub der Familie verbunden, und auch kürzlich konnten die Müllers eine Frisbeereise starten. Marco und Nico traten bei der U23-Weltmeisterschaft in Florenz an, bei der der 17-Jährige Nico als jüngster deutscher Spieler auf dem Feld stand. Wieder war die ganze Familie mit dabei.
Auch der Jüngste des Müller-Clans, der elfjährige Luca, beobachtete seine Brüder genau und schaute sich den ein oder anderen Wurf ab. Luca begann schon mit neun Jahren, früher als seine Brüder, das Frisbeespielen und trainiert seitdem fleißig mit seinen beiden Vorbildern. "Er wird es schwerer haben, weil die Konkurrenz größer geworden ist. Aber wenn er weiterhin gut trainiert schafft er es", äußert sich Marco über die Chance seines Bruders Luca, in die Nationalmannschaft zu kommen. Im Moment fiebert die Familie Müller der Junioren-Weltmeisterschaft in Heilbronn entgegen, bei der sich Nico ohne seinen Bruder Marco, der zu alt für das U20-Team ist , den Titel holen will. "Es wird zwar hart, die USA rauszuwerfen, aber es ist alles drin", rechnet der 17-Jährige zumindest mit dem Finaleinzug. Sicher ist, dass ihn seine Eltern und seine Brüder bei diesem Vorhaben voll unterstützen.