Dortmund-Attentäter BVB: Sergej W. schweigt bisher

Von fal/lsw 

Festgenommen wurde der Mann in Tübingen, doch da er in Rottenburg eine Wohnung gemietet hatte, war auch dort das Polizeiaufgebot groß (unser Bild). Foto: dpa
Festgenommen wurde der Mann in Tübingen, doch da er in Rottenburg eine Wohnung gemietet hatte, war auch dort das Polizeiaufgebot groß (unser Bild).Foto: dpa

Entgegen eines entsprechenden Berichts hat der 28-Jährige kein Geständnis abgelegt. Am 11. April soll er einen Sprengstoffanschlag auf den BVB-Bus verübt haben.

Tübingen - Der mutmaßliche Attentäter von Dortmund, dem vorgeworfen wird, am 11. April einen Sprengstoffanschlag auf den BVB-Bus verübt zu haben und der am Freitag festgenommen wurde, hat bisher keine Angaben gemacht. Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, widersprach einem Bericht, der in Tübingen Gefasste habe unmittelbar nach seiner Festnahme die Tat gestanden. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe äußerte sich auch am Sonntag nicht zu konkreten, offenen Fragen.

In seinem Umfeld sei der 28-Jährige bisher eher mit positiven Dingen aufgefallen, berichteten die „FAZ“ und der „Spiegel“ am Wochenende. In der Heinrich-Schickhardt-Schule in Freudenstadt habe Sergej W. 2015 bei seiner Gesellenprüfung als Elektroniker eine Auszeichnung erhalten. In Freudenstadt wohnen die Eltern, in Rottenburg am Neckar habe er eine kleine Wohnung gemietet, um schneller an seiner Arbeitsstätte in Tübingen in sein. Er arbeitete als Elektriker in einem Heizkraftwerk. 2003 war Sergej W. als 14-Jähriger aus Tscheljabinsk im Südural nach Deutschland gekommen. Er habe als unauffällig, freundlich und diszipliniert gegolten.

Stefan Müller, der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Wertpapieranalyse, sagte der „WAZ“, der mutmaßliche Täter habe sein Ziel, mit dem Anschlag viel Geld zu verdienen, nicht erreichen können. Die Banken hätten den Gewinn sofort gesperrt oder die Ermittlungsbehörden hätten darauf zugegriffen: „Dieser Versuch war komplett sinnlos“, sagte Müller. Auch der Verein Borussia Dortmund äußerte sich am Wochenende. Es sei „ein Stück weit Erleichterung“ zu wissen, wer die Tat mutmaßlich begangen habe, sagte der BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Er brachte sein Befremden zum Ausdruck: „Die Motivlage ist genauso krank wie sie bei einem terroristischen Anschlag gewesen wäre.“ Vielleicht hälfen die Erkenntnisse aber den Spielern bei der Verarbeitung.

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