Zu dem beliebten Thema "dr Schwob sagt nur das Notwendigste", trägt Leser Rolf Artmann aus Winnenden folgende Begebenheit bei: "Als Schüler kam ich in meinen Schulferien öfter zu Bekannten nach Donnstetten auf die Schwäbische Alb. Bis in die 60er Jahre hinein gab es dort noch einen Büttel, der die Mitteilungen der Gemeinde mündlich verkündete. ,Bekanntmachung, Bekanntmachung . . .' so ging er schreiend durchs Dorf. Mit seiner riesigen ,Schella' lockte er die Bürgerinnen und Bürger aus den Häusern. An markanten Plätzen blieb er stehen und verlas schnell und für Nichteinheimische kaum verständlich das Neueste von der Gemeinde, aus den Vereinen, usw.
Der Donnstetter Büttel galt allgemein als besonders ,maulfaul'. Als Stuttgarter Bub habe ich viel verstanden, aber nicht alles. An einem Morgen ging er wieder einmal durchs Dorf und schrie: ,Am Bom Sei!', ,am Bom Sei!' Lange habe ich überlegt, was das heißen könnte, doch ich kam nicht darauf. Ein Bekannter wusste die Antwort: ,Am Bom sei heißt: Auf dem Platz vor der Gaststätte zum grünen Baum sind heute Mittag wieder Schweine und Ferkel zu verkaufen.'
Für die Donnstetter und Älbler war die Mitteilung des Büttels klar und unmissverständlich, denn kurze Zeit später sah ich etliche Bauern, Metzger und Viehhändler tatsächlich zum ,Bom' eilen. Es war die kürzeste Mitteilung, die ich in meinem bisherigen Leben gehört habe."
Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leserin Irmgard Abt aus Steinenbronn: "Worom dr liabe Gott os Schwoba mag? Weil mr ihn griaßet jeden Dag!"
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