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Diözese Rottenburg-Stuttgart Caritas stärkt Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge

Von Leon Scherfig 

Rund 40 Prozent aller Flüchtlinge leiden laut einer Studie unter Traumatisierungen Foto: dpa
Rund 40 Prozent aller Flüchtlinge leiden laut einer Studie unter TraumatisierungenFoto: dpa

Der Caritasverband Stuttgart startet ein neues Projekt, das Flüchtlingen mit seelischen Wunden helfen soll. Diözese Rottenburg-Stuttgart investiert 600 000 Euro, um neue Sozialarbeiter und Psychologen in den Unterkünften zu finanzieren.

Stuttgart - Der Caritasverband Stuttgart startet ein Pilotprojekt, das traumatisierten Flüchtlingen helfen soll: In drei von der Caritas betreuten Unterkünften sollen neu eingestellte Sozialarbeiter und Psychologen künftig jene Menschen unterstützen, die besonders unter Krieg und Vertreibung leiden.

„Die Wartezeiten bei den Clearingstellen für psychologische Beratungen betragen derzeit neun Monate. Das ist zu lang“, sagt Fritz Weller, Bereichsleiter Migration und Integration des Caritasverbands Stuttgart. Ziel des Projekts mit dem Namen Omid (persisch für Hoffnung) sei es, eine erste psychologische Betreuung in den ersten drei bis vier Wochen nach Ankunft der Flüchtlinge zu ermöglichen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich seelische Erkrankungen auswachsen und verfestigen“, sagt Weller.

Flüchtlingsfond in Höhe von 3,5 Millionen Euro

Rund 600 000 Euro investiert die Diözese Rottenburg-Stuttgart daher, um in den nächsten drei Jahren zunächst drei zusätzliche Sozialarbeiter sowie zwei Psychologen in ihren Unterkünften einzusetzen. Sie arbeiten in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Bürgerhospital in der Tunzhofer Straße, in dem Heim im Neckarpark in Bad Cannstatt und künftig auch in der geplanten Unterkunft in Möhringen.

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen kommt in einer Studie zu dem Schluss, dass rund 40 Prozent aller Flüchtlinge traumatisiert sind. Das bedeutet, dass die Fachleute bei ihnen eine sogenannte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) feststellten.

In Stuttgart kümmert sich unter anderem die Beratungsstelle Refugio um traumatisierte Flüchtlinge. Das Projekt Omid finanziert sich aus dem eigens aufgesetzten Flüchtlingsfond der Diözese in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Dieser speist sich aus dem Überschuss des letzten Haushalts der Diözese, der rund 17,5 Millionen Euro beträgt, sagt Sprecherin Cäcilia Branz.

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