Sie ist etwas ganz Besonderes - für Zuschauer und Sportler. Denn: Nirgends sonst kann man auf die Schnelle so viel Zeit verlieren wie in der Wechselzone. "Da muss jeder Handgriff sitzen", merkte Moderator Marcus Wild, der das Geschehen auf dem Kunstrasenplatz den ganzen mz3athlon über kommentierte, am Sonntagmittag an. "Die Zeit, die man hier verliert, ist unwiderruflich weg", sagte er und fügte an: "Hier sieht man gleich, wer Profi ist und wer nicht."
Denn: Während die einen ganz gemächlich nach ihren Schuhen griffen, sich noch die Haare abtrockneten oder die Klamotten wechselten, waren andere so schnell auf ihrem Rad, dass man kaum mit den Augen folgen konnte. Der Deutsche Meister Michael Göhner war ein solcher Kandidat. Noch auf dem Weg zur Wechselzone entfernte er die Schwimmhaube, richtete die Klamotten und schlüpfte noch voll in Bewegung in seine Schuhe. Stehende Zeit an der Wechselzone? - Null! "Er ist einfach Profi, das sieht man", sagte Wild. Dass Frank Mayer vom Team Silla Hopp das ebenfalls ist, wurde schnell deutlich. Mit einem Handgriff zwängte sich der Steinheimer aus seiner Schwimmhose, rannte dann bereits mit seinem Rad los. Die Schuhe? Die hatte Mayer nicht etwa vergessen, sie waren zum Zeitsparen gleich auf die Pedale montiert. Eine Variante, die es nur selten zu sehen gab auf dem Hartplatz.
Vielmehr dominierte nach den Haupt-Favoriten die schwäbische Gründlichkeit. Ein Beispiel: Matthias Rapp aus Brackenheim. Der Sportler vom Tri-Team Heuchelberg trocknete sich nach seiner Ankunft erstmal die Füße ab, streifte sich dann noch ein paar Socken über und widmete sich letzten Endes seinem Helm bevor es auf die 30 Kilometer lange Radstrecke ging. Frank Kaiser vom Team Daunquart hatte da eine andere Variante. Das Handtuch in der Vor-Wechselzone abgelegt, nutzte er die paar Meter zu seinem Fahrrad, um die Haare richtig trockenzurubbeln. "Der macht das richtig. Mit den nassen Haaren holsch dir ja de Tod beim Radfahren", sagte eine Besucherin beim Blick auf die Sportler.
Wichtig beim Wechsel vom Schwimmbecken aufs Rad: die Startnummer. Die haben einige nämlich in der Hektik vergessen. Wieder mit dem Rad anhalten und dann mit den Füßen durch das dehnbare Band schlüpfen mussten sie deshalb. Das hat Zeit gekostet. Wertvolle. Aber wie hat Kommentator Marcus Wild ja gesagt: "Hier erkennt man die Profis."