In einem Gespräch mit seinen Verwandten, alle über achtzig Jahre alt, hat Ebbe Koegel aus Stetten den Ausdruck "ågadåmiirå" vernommen. Gemeint sei damit "aschdifda, aschdachla, äbr drdsua brenga, dassr was machd". Woher das Wort kommt, kann er sich nicht erklären, "wahrscheints ausm Frandsesischa".
Vorab ist zu bemerken, dass das oben geschriebene Wort nicht existiert. Was gemeint ist, dürfte das Verb "angatten" bzw. "angattigen" in der schwäbischen Aussprache "ãgaddå / ãgaddnå" bzw. "ãgaddegå" sein. Das Stammwort "gatten", althochdeutsch "gaton", mittelhochdeutsch "gaten", bedeutet nach dem Grimm'schen Wörterbuch passend sein, genau zusammenpassen, weiterhin sammeln, ordnen, zusammenbringen und ab dem 15. Jahrhundert auch begatten.
Von gatten abgeleitet ist "gätlich", im Schwäbischen als "gaddig" verwendet. Es ist in den Mundarten noch weit verbreitet, aus der Schriftsprache aber verbannt. Die hauptsächliche Bedeutung ist passend, bequem, gut für seinen Zweck: Desch å gaddigs Blätzle, und wie es im Schwäbischen Wörterbuch heißt: "was sich fügt, eine Gattung (Art) hat, gut geartet ist". Der Begriff Gattung (gute Art) ist davon abgeleitet, meist aber in negativen Aussagen verwendet: Dess hòt kõê Art ond kõê Gaddeng. Das Gegenteil von "gattig" ist "ungattig", schwäbisch ïgaddig/ãïgaddig, im Sinne von sich nicht fügend, nicht passend bei Gegenständen bis zur Unart bei Menschen. Kehren wir zu "angatten/angattigen" zurück. Beide Wörter werden verwendet in der Bedeutung bestellen, anrichten, zuwege bringen, aber auch im Sinne von Streit anstiften.
In einem Gedicht findet Hans Finkbeiner aus Winterbach den Vers: "er schäfflet halt no a bissle rom" und fragt, was man unter "schäffeln" verstehe. "Schäffeln", schwäbisch: "schäfflå", ist von "schaffen" abgeleitet. Die Nachsilbe -eln weist oftmals auf eine Abschwächung eines Vorgangs hin, wie beispielsweise bei tröpfeln (tropfen) oder lächeln (lachen). Im Deutschen kommt "schäffeln" nicht vor, im Schwäbischen hat es laut Fischers Wörterbuch die Bedeutung "eine leichte (aber anhaltende oder wiederholte) Arbeit tun". Ableitungen sind schäffålå und schäffårlå.
Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leserin Irmgard Berner: "Zo dritt schaffa, zo zweit schlofa, alloi erba!"