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Dialekt Was bedeutet der Begriff "allbott"?

Roland Groner, vom 06.06.2011 09:37 Uhr
 Foto: Grafik/Lange
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Leserin Maria Ehrlenspiel aus Stuttgart erkundigt sich nach der Bedeutung eines Worts, das sie schon lange nicht mehr benutzt noch gehört hat, das ihr aber kürzlich unbewusst entfuhr, als sie lange auf einen Verwandten wartete: "Däår konnt ao allbott z'schbòt!" Gefragt ist nach dem Begriff "allbott".

Zur Klärung trennen wir allbott in seine zwei Bestandteile, wobei die erste Hälfte "all" mit ihrer Bedeutung "alle" sofort verständlich ist; zusätzlich gibt es im Schwäbischen auch die Version "äll" und insofern auch ein "ällbott". Was hat es jedoch mit dem zweiten Teil "bott" auf sich? Um dies zu ergründen, heißt es, in die Geschichte vergangener Jahrhunderte zu schauen. Das oberdeutsche "Bot", im Schwäbischen "Bott" mit kurzem o, ist eine Verkürzung des Wortes "Gebot". Allgemein lässt sich sagen, dass es von den Verben "bieten" und "gebieten" abgeleitet ist. So werden bei Kauf und Verkauf Gebote abgegeben, genauso bei beim Würfeln, bei Kartenspielen und oder bei Wettspielen. Bei den einzelnen Partien eines Spiels muss stets ein neues Angebot abgegeben werden, was zu der Redensart "alle Bott" (alle Augenblicke, jedesmal) geführt hat, wie im Grimm'schen Wörterbuch zu lesen ist. Eine etwas andere Herleitung findet man in Brechenmachers Schwäbischer Sprachkunde. Die Obrigkeit nutzte ihr Recht, die Leute per Gebot zum Erscheinen zu laden, um ihnen Aufträge zu übertragen. Wer das Gebot missachtete, für den bedeutete "Bot" schlechthin die Strafe für das Nichterscheinen: "So einer ungehorsam wär, so ist das erste Bot 3 Schilling, das andere Bot 5 Schilling, das dritt ein Pfund Heller." Die Häufung solcher Bote ergab den Ausdruck "allbott/ällbott".

In einer weiteren Zuschrift fragt Rolf Schippert aus Oberschlechtbach, woher der Ausdruck "iåbott" kommt, den er selbst noch gebrauche. Die Silbe "iå" ist die schwäbische Form von "je" wie beispielsweise bei iåtz (jetzt), Iåsengå (Jesingen). So bedeutet iåbott "je nach Gebot, bisweilen" oder auch "ab und zu".

Unser schwäbischer Spruch des Tages lautet: "Was i hergäb, hau i nemme!"

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