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Dialekt Ist "dombacha" nicht echt?

Roland Groner, vom 28.11.2011 16:05 Uhr
 Foto: Grafik/Lange
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Leserin Antonia Paliwoda aus Kornwestheim erkundigt sich nach dem Ausdruck "dombacha". Sie erwähnt, dass dieses Wort bei ihnen eine Bezeichnung für "nicht echt", also kein Gold, sondern Blech sei.

Was hier erfragt wird, hatte einen weiten Weg hinter sich, bis es im Schwäbischen angekommen ist - doch der Reihe nach. Das so echt schwäbisch klingende Wort stammt aus dem fernen Malaysia, wo es als "tambaga" die Bedeutung von Kupfer hat. Über das spanische tumbaga und das portugiesische tambaca entstand ausgangs des 17. Jh. das französische tombac, das die anderen Kultursprachen entlehnten. So gelangte es als "Tomback" auch in die deutsche Sprache.

Im eigentlichen Sinne bezeichnet "Tomback" eine Legierung aus Kupfer und anderen Metallen, zunächst aus Kupfer und Gold, woraus sumatrische Könige ihre Schüsseln und anderes Tafelservice machen ließen. Die Vermischung von Gold und Kupfer verfestigte das Material, weshalb es bei den Siamesern in höherem Werte stand als das Gold selbst. Früh gab es auch Kupferlegierungen ohne Edelmetallzusatz. Diese Machart war schnell die hervorstechende und bald die alleinherrschende. Im Deutschen Wörterbuch wird aus einer Beschreibung um 1750 zitiert: "dombac ist ein nachgemachtes und zusammengesetztes metall, welches heut zu tage sehr vielen galanterien, tabatieren, etuis, garnituren, schnallen, knöpfen, löffeln, geräthe auf die toilettes, sonderlich in Berlin, ja gar so subtil und sauber gearbeitet, getrieben und gezogen wird, dass man tressen und spitzen daraus machet." Wenn Gold im Spiel ist, konnte es nicht ausbleiben, dass tombackene Waren als reines Gold angeboten wurden. So versteht man unter dõmbachå, wie unsere Leserin anführt, eben auch das Unechte, Falsche, Wertlose.

In dem Buch "Etymologie des Schwäbischen" von Hermann Wax werden wir mit einer besonderen Anwendung von dõmbachå im Schwäbischen vertraut gemacht. Irgendwelche Spaßvögel mussten einmal darauf gekommen sein, dass dõmbachå so klingt wie dïmmbachå (dumm gebacken), so dass sich daraus die Bedeutung "geistig nicht ganz auf der Höhe" ergab. Und darauf spielt auch die Redensart an: "Äår isch võ Oksåhauså, hòt abr noh Vrwãnde ênn Dõmmbachå."

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leserin Waltraud Zehender aus Alfdorf. Sie schreibt: "Bei einer kleinen Kaffeerunde wurde das für ältere Leute unumgängliche Thema Gesundheit und Wohlbefinden aufgegriffen und was wohl schuld daran sein könnte, dass man sich an einem Tag pudelwohl und am nächsten Tag miserabel fühlt. Dabei fiel der Satz: ,An oem Dag könnt' mr Bäum rausreißa, ond am nächschda Tag möcht mr se wider neisetza."'

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax: 0711/ 7205-7309;land@stn.zgs.de

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