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Dialekt Guck, Gugel und Dittle

StN, vom 07.12.2011 14:14 Uhr
 Foto: Grafik/Lange
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Leser Erwin Gayer aus Nussdorf macht einige Ergänzungen zu unserem Beitrag über die "Guck": "In unserem Sprachraum, dem schwäbisch/fränkischen Mischgebiet, sagt man nicht Guck sondern Guggl zu einer Tüte. Abgeleitet wurde die Guggl wohl von der mittelalterlichen Kopfbedeckung der Gugel, einer Kapuze mit langer, nach hinten herunterhängenden Spitze, also der Tütenform. Die Stadt Güglingen (man beachte Gügl-ingen) hat so eine Gugel in ihrem Wappen; man nennt das ein ,sprechendes Wappen'.

Bereits im späten Mittelalter und noch im 18. Jahrhundert wird die weibliche Brust als ,Tütlein' bezeichnet. Es gibt von Albrecht Dürer eine Zeichnung des weiblichen Körpers, worin er die einzelnen Partien beschreibt und hier die Brust mit Tütlein benennt. Abgeleitet von der Form eines spitz zulaufenden Körpers - wie die Tüte. Im Schwäbischen wird die weibliche Brust zum Dittle. Es ist unschwer zu erkennen, dass Dittle mit Tütlein verwandt ist. Auch der Dutt, eine heute nur noch selten zu sehende weibliche Haartracht, leitet sich daraus ab.

Von meiner Mutter kenne ich die Geschichte, die sich in den 1920er Jahren im Nachbarort Iptingen zugetragen hat: Eine Bauersfrau brachte es einfach nicht fertig, ihren inzwischen schon fast vier Jahre alten Buben vom Stillen zu entwöhnen. Irgendwann, als der Bub wieder bei ihr an die Brust wollte, verweigerte sie sich ihm. Mit der Drohung ,'S Dittle raus, oder i mach 's Geesle hee!' bekam er was er wollte (Geesle hee = Gänschen tot)."

Der Spruch des Tages kommt von Leser Karl Bühl aus Musberg. Er schreibt: "Nach dem Zweiten Weltkrieg kam immer wieder ein Händler mit Pferd und Wagen aus dem Häfnertal nach Musberg und bot seine Töpferwaren an. Zu Holde (Kurzform von Gotthold), einem Musberger Original, rief er in den Hof: ,Brauchet ihr au was?' Holde, nicht verlegen, rief zurück: ,Wann ihr hend mit Magga (Fehler) - mei Weib will lauter gleich Gschirr!"'

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