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Dialekt Do goasch om da Ranka rom!

Roland Groner, vom 18.07.2011 13:11 Uhr
 Foto: Grafik/Lange
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Sogar in Berlin interessiert man sich für "Auf gut Schwäbisch". Leser T. Oelkuch, gebürtiger Schwabe aus Salach, seit 30 Jahren in der Hauptstadt wohnhaft, doch immer noch mit Nachrichten aus der Heimat versorgt, erinnert sich an seine Oma, die ihn als Kind zum Bäcker geschickt hat mit den Worten: "Do goasch om da Ranka rom, no bisch glei do!" Unser Berliner Schwabe kennt das Wort "Ranka" immer noch, möchte jedoch wissen, woher das Wort stammt.

Im Grimm'schen Wörterbuch erfährt man, dass das Stammwort "Rank" heißt, es ist im Althochdeutschen nicht nachgewiesen, bekannt ist jedoch, dass die germanische Wurzel "wrang" zugrunde liegt. Es hat die allgemeine Bedeutung "Wendung, Drehung". Im Schwäbischen ist vorwiegend die abgeleitete Form "Ranken", gesprochen "Rãgå/Rãnggå", im Gebrauch. Unter Rank und Ranken versteht man "Biegung, Krümmung, starke Kurve": "Bass uff, d'Schtròß macht êmm Wald ånn kheerigå Rãnggå."

Im übertragenen Sinne gibt es verschiedene Redensarten: einem den Ranken ablaufen (schneller da sein, mit dem Ziel: jemandem zuvorkommen, den Vorteil gewinnen), "däår griågt då Rãgå net" (wenn jemand zu lange sitzen bleibt oder wenn jemand den Weg zu einer anderen Person nicht findet). In der deutschen Schriftsprache ist von "Rank" nur die Pluralform "Ränke" (Intrigen, Machenschaften, "Ränke schmieden") erhalten geblieben. Auch ein großes abgeschnittenes Stück Brot wird mit "Ranken" benannt, insbesondere wenn die Krümmung des Laibes zu sehen ist.

Ein zweiter Begriff soll hier beleuchtet "Gnafzårle". "I mach a Knafzerle am Dischegg nã", schreibt Leserin Evita Kußmaul und fragt, woher dieses "Knafzerle" eigentlich stammt. Sie arbeitet ehrenamtlich im Seniorenheim in Bondorf, wo sie auch Beiträge von "Auf gut Schwäbisch" verwendet, was dort zu lebhaften Unterhaltungen führt.

Und jetzt zum "Gnafzårle". Der Begriff stammt vom Verb "nafzen/napfezen" mit der Nebenform "gnafzen/gnapfezen", das im Althochdeutschen, also vor mehr als 1000 Jahren, "hnaffezen" hieß. Man versteht darunter"nickend schläfrig sein, ein wenig schlummern, besonders auszer bette" - so mitgeteilt im Grimm'schen Wörterbuch. Das Gnafzårle ist somit ein willkommenes Niggårle glei nòch åmm Ässå gradwäågs åmm Discheck.

Unser schwäbischer Spruch des Tages stammt von Leser Hans-Joachim Wayss aus Unterensingen. Er schreibt: "Wenn ich früher mit meiner Oma ,Lailesziaga' (Mühle) spielte, fiel immer folgender Spruch: ,Wer em Voraus schau gwonna hod, mues arg ufbassa, dass am End ed henda hott goht!"'

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JUL
20
21:36 Uhr, geschrieben von Peter
Dr Omrang rom
1954 besuchte die damals 70-jährige Schwester meines Großvaters erstmals wieder Deutschland, ihre Heimat, nachdem sie 1900 mit 17 Jahren (ohne Englischkenntnisse) vor ihrer Stiefmutter floh und einer Freundin nach USA folgte. Sie erlebte dort zwei Weltkriege und hat eine große Familie gegründet, mit deren Nachkommen wir und unsere Kinder weiterhin Kontakte haben. Als sie damals mit meinem Vater eine Alpentour auch über den Silvrettepass machte, kam sie schwärmend zurück: "Do isch oheimlich da Omrrang rrom ganga" beschreibt sie in breitem Schwäbisch, das sie immer noch sprach, mit amerikanischem rollendem "R" durchsetzt, was ich immer noch in den Ohren habe. Worte, die es zu Emigrationszeiten für sie noch nicht gab, fügte sie ganz selbstverständlich in Englisch ein: sie isch mit am Car zom Airport gfahre. Mit 98 Jahren starb die liebe Tante Mina in USA, die uns nach Kriegsende mit Carepaketen und Comicheften versorgte und 5 "Dahlar" (Dollar/Thaler) zu jedem Geburtstag beschenkte.
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JUL
19
20:12 Uhr, geschrieben von MfG Böhnisch
"Ranka"
Also ich habe diesen Artikel von Herr Groner gelesen. Er kam in der Tageszeitung Rubrik:Auf gut Schwäbisch, auf der Seite Baden-Württenberg und zwar am Montag den 18.7. und zwar 9 spaltig .
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JUL
19
18:21 Uhr, geschrieben von Roland Groner,
Auf Gut Schwäbisch
mich würde interessieren, ob dieser Artikel auch in der Tageszeitung erscheint oder nur online in ihrer Zeitung. Wenn ja dann teilen sie mir bitte mit in welcher Ausgabe, da sich mein Schwager in Berlin Herr Karl Oelkuch und nicht wie Sie schreiben Herr T.Oelkuch, sehr für diesen Artikel interessiert. Ich habe die heutige Zeitung gekauft und den Artikel nicht gefunden. Wäre über eine Mitteilung dankbar. MfG Böhnisch
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