"Wir waren zu Besuch bei Freunden. Beim Abschied war noch ein Rest Wein in der Flasche, worauf der Gastgeber sagte: ,Dieses Schlätterle trinken wir noch."' Dies schreibt Leser Günther Wagner aus Waiblingen und fragt nach der Herkunft des Wortes "Schlätterle".
In Fischers Schwäbischem Wörterbuch finden wir das Wort "Schlätter". Bevor wir aber auf dessen Bedeutung eingehen, greifen wir das Verb "schlätteren", schwäbisch gesprochen schläddårå, heraus. Im Grimm'schen Wörterbuch kommt dieses Wort nicht vor, dafür jedoch "schlettern" und "schlöttern" mit dem Hinweis "nur in mundartlichem Gebrauch". Beide bedeuten "Flüssiges einzeln fallen lassen, überlaufen lassen, verschütten". Bei Fischer wird "schläddårå" unter anderem wie folgt erklärt: "schleudern, speziell von wiederholten kurzen Bewegungen, mit den Händen oder Füßen solche Bewegungen machen, um etwas wegzuschütteln. Nasses Heu zum Trocknen rïmmschläddårå. Insbesondere aber: durch ungeschickte oder zitternde Bewegung etwas verschütten: Heu, Sand, Mehl aus einem löcherigen Sack, besonders aber Flüssigkeit, Suppe und dergleichen" und dazu noch "wässerigen Mist fallen lassen, vom Vieh". Wo bleibt da der Bezug zum "Schläddrle", den Herr Wagner sucht? Bestimmt nicht hier, wenn das Substantiv Schläddåre auch noch als "dünnflüssiger Dreck" erklärt wird.
Doch gemach: Es gibt auch noch das Substantiv Schläddr, Verkleinerungsform Schläddrle, und diese bedeuten "kleine Ladung, auch kleine Traglast von Heu, Klee oder dergleichen". Und hier in dem Hinweis "dergleichen" liegt das Wichtigste in unserem Fall, denn dieses Wort lässt es zu, dass auch der Rest in einer Weinflasche als Schläddrle empfunden werden kann.
Aus Schnait schreibt Leser Johannes Schiller: "In letzter Zeit sind wir auf ein Wort gestoßen, das bei uns immer noch benutzt wird, aber in keinem Wörterbuch zu finden ist: ,gschwirfeled' voll - bis zum Überlaufen voll. Woher kommt dieser Begriff?"
Zunächst ist zu bemerken, dass dieses Wort nicht gefunden werden kann, da es in dieser Form nicht vorkommt - vielleicht nur lokal. Das Wort, das wohl gemeint ist, dürfte "gschwipplåt" sein. Es stammt von dem Wort "schwippen" (schwappen) bzw. seiner Weiterbildung "schwippeln" in der Bedeutung "von Flüssigkeiten, die mit Geräusch hin und her schwanken, an oder über den Rand des Gefäßes schlagen". Unter "gschwipplåt voll" versteht man somit "bis an den Rand gefüllt mit Flüssigkeit".
Der schwäbische (deftige) Spruch des Tages kommt von Leser Hansjörg Herb aus Strümpfelbach: "An Schnaps ond en d' Hos gschissa gibt net lang warm!"