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Dialekt Dem Dilledabb auf der Spur

StN, vom 05.10.2011 10:52 Uhr
 Foto: StN
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Heute gibt es wieder etwas nachzutragen. Leser Otto Schupp aus Schwäbisch Gmünd bemerkt zum Beitrag "Gradda" (Korb) vom 26. September: "Das Wort Grädda kenne ich aus meiner Lehrzeit in Schorndorf. Bei uns im ostwürttembergischen Gebiet heißt das ,Gräaba'."

Wer oder was ist ein Dilledabb? In unserer Ausgabe vom 2. Oktober wurde der Dilledabb als eine Art schwäbischer Mustermann bezeichnet. Dem ist nach Ansicht vieler Leserinnen und Leser nicht so. "Ich muss widersprechen und den schwäbischen Mustermann in Schutz nehmen", schreibt beispielsweise Leserin Inge Mack, "denn der Dilledabb ist ein ungeschickter Mensch! Meine Mutter, Jahrgang 1910, pflegte zu sagen, wenn einem ein Ungeschick passierte: ,Du bist doch ein Dilledabb' (oder Dilledepp - Aussprache abhängig von der Gegend)."

Auch Leser Willi Lösch merkt an: "Ein Dilledabb ist jemand, der zwei linke Hände hat, also in die Kategorie ,Dubbeler' oder ,Ogschickter' gehört. Man spricht auch vom ,Dilledabb und seiner Amm'. In diesem Zusammenhang fällt mir noch ein schwäbischer Spruch zum Tage ein, der ebenfalls ungeschickte Zeitgenossen, also solche mit zwei linken Händen oder sogenannte beidfüßige Linkshänder, beschreibt: ,Der taugt vor koi Herloch no, der lot no a verreckts Grole danebet naus.' Soll bedeuten: Der ist nicht in der Lage, den Ausgang der Hühner aus dem Hühnerstall zu überwachen. Dem entläuft sogar ein totes Küken."

Mit dem Dilledapp hat sich Anfang des Jahres auch unser Sprachforscher Roland Groner befasst. Er schrieb: "Unter diesem Wort, das sich im 15. Jahrhundert zuerst zeigte, versteht man einen albernen, läppischen, ungeschickten Menschen. Die Herkunft dieses Wortes ist noch nicht geklärt, doch vermutet man, dass der erste Teil "dill" von Diele (= Flur) und der zweite "tap" von tappen (= plump und ungeschickt herumlaufen) abgeleitet sind. In den Fastnachtsspielen jener Zeit war der Diltap der Name eines lärmenden Bauern, der Händel sucht. Mit "Tilltapp" wird im Elsass ein kleiner Vogel bezeichnet, der "zilzel" ruft. Dieser Vogel ist auch bei uns bekannt - es ist der im Sommer stundenlang im Garten rufende Zilpzalp."

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 104452, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax: 0711/7205-7309; E-Mail: land@stn.zgs.de

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