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Dialekt Bezeichnungen für den Kopf

Roland Groner, vom 10.10.2011 09:28 Uhr
 Foto: Grafik/Lange
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Aus Wendlingen bietet Leser Hermann Sigler eine ganze Menge Begriffe an, die für mehrere Zeitungsartikel reichen. So schreibt er unter anderem: "Besonders wenn man über einen Manneskopf nachdenkt, fallen einem viele hauptsächlich negative Ausdrücke ein wie Grind, Meggel, Riebl..." Weitere dazu vorgeschlagene Begriffe werden in den folgenden Text eingereiht.

"Däår hòt ånn schênå Meggl!", hört man des Öfteren in schwäbischen Kreisen, wobei die sprechende Person damit auf die Größe des Kopfs eines anderen anspielen will. Verdeutscht geschrieben heißt dieses Wort "Möckel", aber da der Schwabe kein ö kennt, wird daraus Meggl. Möckel stammt vom oberdeutschen Wort Mock/Mocke, und darunter versteht man "ein großes klumpenhaftes Stück". Von Mock abgeleitet ist auch Moggl in der Bedeutung "ein großer Brocken Holz, Brot, Fleisch und dergl.". Auch ein untersetzter, stämmiger Mensch wird so benannt, und Fichtenzapfen sind im Schwäbischen Mocklå. Die Verkleinerungsform Meggåle ist sehr beliebt wie zum Beispiel "Witt ao å Meggåle võ dêãm Schbäck?". Neben Meggl gibt es den MeggÚs (Kopf, insbesondere dicker, harter Kopf), den Meggleskopf (Dickkopf) und in der Schülersprache den Mìckas (Hau den Lukas auf den Mìckas!)

Und jetzt zum Riebl, worunter man im Schwäbischen den letzten Rest eines Brotlaibs versteht. Im übertragenen Sinne ist ein Riebl ein Dickkopf, also ein eigensinniger, geistig unbeweglicher Mensch, auch RiebÚleskopf genannt. In diese Klasse gehört auch der Moschtriebl, der wie Moschtkopf - vielleicht wegen zu vielem Mosttrinken - als Schimpfwort im Sinne von Dummkopf gebraucht wird.

Und nun will sich der Dritte im Bunde vorstellen - dr Grênd oder Grêd. Laut dem Grimm'schen "Wörterbuch" bedeutet Grind zunächst "Sand, Kies", erhält aber eine Bedeutungsentwicklung zu "Hautausschlag", im Besonderen "Schorf". Zwei Zitate dazu: "wie herr Melanchthon hat zu sagen pflegen, ein studente dreyerley kranckheiten habe als armuth, grind oder krätze und rotz", und an anderer Stelle: "wo grind ist, da ist jücken". Aus dem "Kopfgrind" (Schorf) wird mit der Zeit die Bedeutung "Kopf", meist aber nur im derben Sinne.

Schlussendlich setzt der Schìfkopf als Ausgeburt der Einfältigkeit den "Kopfkreationen" noch die Krone auf.

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leser Klaus Baumgärtner aus Mutlangen. Er hat Folgendes erlebt: "Ein Mann betritt eine schwäbische Gaststätte, setzt sich an einen freien Tisch und bestellt Linsen mit Spätzle. Als er sein Essen bekommt, macht er sich hungrig darüber her. Ein anderer Gast beobachtet ihn dabei und sagt dann: ,I möcht oimal so schaffa kenna, wie du fressa kosch!"'

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax 0711/ 7205- 7309;land@stn.zgs.de

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