Mit der SG Stuttgart-West und dem SV Vaihingen treffen am morgigen vierten Spieltag der Stuttgarter Fußball-Bezirksliga zwei noch verlustpunktfreie Titelfavoriten aufeinander. Viel Brisanz steckt auch in der Partie zwischen Calcio Leinfelden-Echterdingen und dem OFK Beograd Stuttgart, vor welcher die Gastgeber einen unerwarteten personellen Verlust hinnehmen müssen.
SG Stuttgart-West - SV Vaihingen: Drei Spiele, drei Siege. Ein vierter morgen im Stuttgarter Westen wäre ein Vaihinger Ausrufezeichen im Titelkampf. Doch gibt sich der Trainer Klaus Kämmerer vorsichtig. Das liegt zum einen an den äußeren Umständen, die den Tabellenführer erwarten: ein kleiner Kunstrasenplatz und drumherum eine meistens aufgeheizte Stimmung. Zum anderen ist da die Stärke des Gegners. "Die haben eine sehr geduldig spielende und konterstarke Mannschaft", sagt Kämmerer. Immerhin: mit einem 16:2-Erfolg (!) im Pokalspiel am Dienstagabend beim B-Kreisligisten SV Heslach haben sich die Vaihinger schon einmal warm geschossen - auch wenn Kämmerer dieser Zwischenaufgabe "absolut keine Bedeutung" beimisst. Mehr als ein besseres Trainingsspielchen sei es nicht gewesen.
Welchen Stellenwert hingegen ein morgiger Erfolg hätte? "Wir spielen gegen einen Konkurrenten auf Augenhöhe, mehr nicht", sagt Kämmerer. In der vergangenen Saison mussten sich die Vaihinger eben diesem Gegner auswärts mit 0:3 geschlagen geben, zuhause gab es einen 3:1-Erfolg.
SG Untertürkheim - Spvgg Möhringen: Neun Punkte auf dem Konto und das Weiterkommen im Pokal - mit diesen Wünschen hat sich Andreas Walz vor knapp zwei Wochen von seiner Mannschaft in den Familienurlaub verabschiedet. Wunsch eins ist mit dem jüngsten Sieg gegen den FV Zuffenhausen in Erfüllung gegangen. Mit Wunsch zwei sieht es anders aus. Gegen den Kreisliga-A-Aufsteiger ABV Stuttgart ereilte den Filderclub am Dienstag bereits in der ersten Pokalrunde das Aus. 2:2 stand es nach der regulären Spielzeit, 13:14 dann nach Elfmeterschießen. "Wir hatten Chancen für zwei Spiele, diese aber leider nicht genutzt. Außerdem haben wir wieder einmal spielerisch nicht überzeugt", sagt der Walz-Stellvertreter Artur Strozynski, der die Verantwortung morgen wieder an seinen Chef abgeben kann. Um in der Punkterunde die weiße Weste zu behalten, "müssen wir unbedingt einen Zahn zulegen", fordert Strozynski vor der morgigen Partie in Untertürkheim. Positiv sei, dass die Defensive um ihren neuen Abwehrchef Daniel Schlecht sehr gut stehe.
Calcio Leinfelden-Echterdingen - OFK Beograd Stuttgart: Es war eine Überraschung der unangenehmen Art, die der Trainer Sascha Gavranovic in dieser Woche erleben musste. Hendrik Schmeil, seit Jahren verlässlicher Außenverteidiger bei Calcio, hat den Verein kurz vor Ablauf der Wechselfrist verlassen und sich dem Landesliga-Aufsteiger SV Hoffeld angeschlossen. "Ich weiß nicht, was ihn da geritten hat", sagt Gavranovic, der Schmeil vor dieser Saison dem eigenen Bekunden nach sogar als möglichen Kapitän im Auge gehabt hatte. Freilich: in den ersten Partien des laufenden Spieljahrs ist der 23-Jährige dann überhaupt nicht berücksichtigt worden. Die Begründung: urlaubsbedingter Trainingsrückstand. An seiner Stelle spielte der höherklassig erprobte Neuzugang Corrado Scaglione, was dieser nun auch morgen gegen den OFK Beograd Stuttgart tun wird- in einem Duell, in dem es nicht nur um Punkte geht, sondern auch ums Prestige. Denn in dem Spielertrainer Dragan Pantic, Dario Valente, Tobias Müller und Youness Abdelli spielen gleich vier ehemalige Calcio-Akteure bei den Gästen. "Da wird sich jeder besonders beweisen wollen. Die Tagesform entscheidet", sagt Gavranovic, der die Begegnung als ersten richtigen Härtetest betrachtet. Seine Einschätzung: "Da wird sich zeigen, zu was wir in dieser Saison fähig sind."
SV Bonlanden II - Sportvg Feuerbach: Wenn die Bonlandener einen ungeliebten Gegner haben, dann ist es die Sportvg Feuerbach. Von den vergangenen vier Aufeinandertreffen hat das Filderteam nur eines gewonnen - bei den drei anderen dagegen nicht einmal ein Tor erzielt. Eine Tatsache, die für die Defensivstärke des Ex-Landesligisten spricht. Bezeichnenderweise hat dieser auch in der laufenen Runde erst einen einzigen Gegentreffer zugelassen. Wichtig wird laut dem Trainer Roger Bay deshalb sein, dass seine Mannschaft mit ihren Chancen nicht fahrlässig umgeht. Ein früher Treffer würde ihm ein paar Sorgenfalten nehmen. Liegt man gegen den tief gestaffelten Kontrahenten erst einmal hinten, werde es doppelt schwer, weiß Bay, der trotz der momentanen Tabellensituation zuversichtlich ist. Beim 2:2 gegen Tunaspor Echterdingen am vergangenen Wochenende hat er "einen deutlichen Schritt nach vorn" ausgemacht.
FV Zuffenhausen - Tunaspor Echterdingen: In der vergangenen Saison waren sie noch durch zwei Spielklassen getrennt. Inzwischen, nach dem Abstieg aus der Landesliga respektive Aufstieg aus der Kreisliga A, sind sie Gegner - allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Denn während die Talfahrt des noch sieglosen FV Zuffenhausen offenbar ungebremst weiter geht, kann Tunaspor immerhin schon vier Punkte vorweisen. Zufrieden ist der Spielertrainer Cengiz Dogan allerdings nicht. "Ich denke, wir brauchen noch zwei bis drei Wochen, bis alle Spieler ihr maximales Leistungsniveau erreicht haben", sagt er. Erst dann könne er auch abschätzen, wohin die Reise in dieser Saison gehen wird.
Freilich: morgen soll es auch schon so zu drei weiteren Zählern reichen. Immerhin hätten die jungen Spieler mittlerweile ihren Respekt vor der Liga verloren. Zudem kann Dogan auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Der Einzige, der angeschlagen ist, ist der Spielertrainer selbst. "Wenn es nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, wechsele ich mich trotzdem ein", kündigt er an - Leistenprobleme hin oder her.