So stimmungsgeladen wie in diesem Jahr ist der Bottwartal-Marathon noch nie gewesen. La-Ola-Wellen im Minutentakt schwappten in Gronau über die Straße, in Oberstenfeld sowie im Sauserhof peitschte Musik die Läufer nach vorne, und in Steinheim und Murr standen Zuschauer Spalier. "Da war wirklich in jeder Ortschaft etwas los", zeigte sich nicht nur Halbmarathoni Frank Pfeiffer ganz angetan. "Es ist toll, was hier los ist. Und ich komme viel herum", betonte Spitzenläufer Marco Diehl extra. Am meisten los war jedoch wie auch schon im Vorjahr wieder in Gronau. "Da muss die Hölle abgehen", erklärte Start- und Zielmoderator Achim Seiter immer wieder. Die Läufer bestätigten das später im Ziel und gaben deshalb die meisten Stimmen beim MZ-Stimmungs-Check der 1500-Seelen-Gemeinde, die den Wettstreit zwischen den Gemeinden und ein 200 Liter-Fass-Bier von Distelhäuser damit zum zweiten Mal gewann. Zweiter wurde wie im Vorjahr Oberstenfeld. Auf dem dritten Rang rangiert jedoch erstmals der neue Marathon-Heimatort Steinheim.
Insgesamt gaben 396 Läufer ihr Votum ab. 170 Stimmen entfielen dabei auf den Stimmungs-Sieger von 2010. Warum? "Da war einfach durchweg Halligalli. Die hatten sogar einen Moderator auf einem Kran", erzähle Florian Zimmermann nach seinem Zieleinlauf begeistert. Und nicht nur das. Alle Bottwartal-Marathon-Trikots, die es gibt, hatten die Gronauer in Reih und Glied über die Straße gehängt, empfingen so die Besucher und trugen sie mit einer Welle an Anfeuerungsrufen weiter - nach Oberstenfeld, wo auf dem Marktplatz gefeiert wurde. "Das war absolut geil! Ganz Oberstenfeld war da. Die haben gejubelt, so dass es richtig Spaß gemacht hat", zeigte sich Birgit Zimmermann euphorisch. Musik gab es hier ebenso wie im Sauserhof - was vielen Sportlern half. "Das pusht hoch", sagte etwa Roland Danner nach seiner Begegnung mit einer Rockband und Guggenmusik. "Ich laufe auf vielen Veranstaltungen, aber was hier los ist, ist super. Das ist etwas ganz Besonderes", lobte er die Menschen an der Straße.
Zuschauer, die sich mit Töpfen und Kochlöffeln bewaffnet hatten, um Krach zu machen, hatte Floh Wasko auf der Südschleife beobachtet. "Da kann man sich wirklich nicht über zu wenig Unterstützung beschweren", meinte die Zweitplatzierte auf der Südschleife nach dem Lauf.
Etwas mehr Engagement von den Steinheimern hätte jedoch Wolf-Hendrik Kaps erwartet. "Wenn man den Marathon schon nach Steinheim holt", sagte er. "Die haben eben das Manko, dass nicht so viele durchlaufen", versuchte ein anderer Läufer, Florian Zimmermann, eine Erklärung zu finden. Ganz so schlecht kann die Anfeuerung jedoch nicht gewesen sein, denn immerhin schaffte es die Gemeinde auf Platz drei. Im vergangenen Jahr stand hier Kleinbottwar, die sich dieses Mal mit Rang sieben begnügen mussten. Auf dem vierten Platz landete Beilstein. 28 Läufer sprachen sie für die Gemeinde aus, etwas mehr als für Hof und Lembach. Wirkliche Verlierer gibt es beim MZ-Stimmungs-Check jedoch nicht, denn gewonnen haben am Ende alle: Die Läufer, die Zuschauer und das Bottwartal. So stimmungsgeladen war die Laufveranstaltung nämlich noch nie.
Info: Die Preisübergabe erfolgt in den kommenden Tagen.