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Der Beton wird einfach in seine Einzelteile zerlegt

"Marbach und Bottwartal", vom 01.03.2011 02:45 Uhr
Im Aufschwung - Wirtschaftsserie, Teil XII Die Bibko Umwelttechnik & Beratung GmbH in Beilstein liefert ihre Recycling-Systeme inzwischen bis nach Russland und Südamerika aus. Sämtliche Arbeitsplätze sind in der Krise erhalten geblieben. Von Oliver von Schaewen

Ausgerechnet der schnörkellose Baustoff Beton hat sich im schmucken Weinbaustädtchen Beilstein zum Wirtschaftsfaktor entwickelt. Die Bibko Umwelttechnik & Beratung GmbH ist inzwischen zu einem der größten Gewerbesteuerzahler der Kommune avanciert. Der Umsatz lag im Jahr 2008 vor der Wirtschaftskrise bei 7,5 Millionen Euro.

Die Geschäftsidee der Firma basiert auf einem einfachen Problem. "In einem Fahrmischer bleibt immer Restbeton - und der muss entsorgt werden", erklärt Markus Kloiber, Verkaufsleiter und Mitgesellschafter des Unternehmens mit etwa 45 Mitarbeitern in der Produktion in Beilstein und Sulzbach an der Murr. Früher sei der Restbeton vielfach zwar ausgewaschen, dann aber in Gruben oder sogar im Wald wenig umweltfreundlich entsorgt worden, berichtet Kloiber. Die Bibko GmbH bietet einen rohstoffschonenderen Service: "Wir stellen Anlagen her, in denen Beton zu sauberem Sand und Kies aufbereitet wird."

Zwei Gründe nennt Markus Kloiber für die Anschaffung einer solchen Anlage. Zum einen steigen auch im Ausland die Standards für den Umweltschutz. Noch wichtiger als solcher behördlicher Druck seien aber wirtschaftliche Erwägungen. Eine Anlage koste zwischen 40 000 und 300 000 Euro. Hat sich eine solche Investition einmal amortisiert, könne anschließend damit Geld verdient werden.

Im Laufe der Jahre hat sich das Geschäftsfeld der Bibko GmbH immer stärker ins Ausland verlagert. "Deutschland war stets unser Hauptmarkt, aber die Anlagen sind sehr langlebig, deshalb war der innerdeutsche Markt irgendwann gesättigt", erklärt Markus Kloiber. Die Märkte in Frankreich, Russland und vor allem in Nord- und Lateinamerika rückten in den Vordergrund. Dort hat das Beilsteiner Unternehmen durch rund 30 Vertriebspartner die Hand am Puls von Angebot und Nachfrage. Der Markt in den USA ist so wichtig geworden, dass Bibko dort eine eigene Niederlassung für den Vertrieb gegründet hat.

Die Wirtschaftskrise bekamen die Bottwartäler trotzdem zu spüren: Hatte man im Jahr 2008 noch 94 Systeme verkauft, waren es im Krisenjahr 2009 nur noch 42, der Umsatz sank auf 5,3 Millionen Euro. Erst Mitte 2010 spürte das Unternehmen eine Erholung. Bis zum Jahresende konnte es Aufträge für 65 Anlagen umsetzen.

Nicht unwichtig ist für Bibko auch der nordafrikanische Markt. Die politischen Unruhen wirkten jedoch dem Handel mit den Maschinen entgegen, sodass man die weitere Entwicklung abwarten müsse.

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