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Demo Das große Schweigen vor dem Schwabenstreich

Jürgen Lessat - Fotos: Kraufmann/Vogt, vom 21.08.2010 06:30 Uhr
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 Foto: Andreas Vogt
Foto: Andreas Vogt

Stuttgart - Seit Monaten unterstreichen die Gegner von Stuttgart 21 ihre Forderung, Tiefbahnhof und Tunnelstrecken zu begraben, mit Trillerpfeifen und Tröten. Beim Protest am Freitag gegen das 4,1 Milliarden Euro teure Bahnprojekt herrschte Grabesstille.

Hier noch mehr Bilder vom Freitagabend

Wortlos setzte sich ein Demonstrationszug vom Hauptbahnhof zum Schlossplatz in Bewegung. Die meisten Teilnehmer waren schwarz gekleidet, viele hatten ihre Gesichter weiß geschminkt. „Alles gesagt – Stuttgart 21 stoppen“ stand auf dem Banner, hinter dem sie sich einreihten. Drei Minuten hielt die Menge auf dem Schlossplatz inne, dann wurde das Schweigen mit dem Schwabenstreich, lautem gemeinsamen Lärmem, beendet.

Für den Demonstrationszug, dessen mittelalterliche Anleihen mit Schminke und Verkleidung nach Angaben des Aktionsbündnisses vor der „Pest Stuttgart 21“ warnen sollten, gab es Lob von Renate Künast, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag. „Glückwunsch zu diesem wunderbaren gewaltfreien Widerstand“, sagte sie, „ihr seid die Bürger, die gehört werden müssen“, unterstützte sie die Forderung nach einem Baustopp. „Stuttgart 21 ist so sinnvoll wie der Turmbau zu Babel“, verwies sie auf Studien, die Leistungsfähigkeit und Kostenkalkulation des Bahnknotens infrage stellen. Ein Baustopp sei möglich: „Jeder Unternehmer wirft rausgeschmissenem Geld nicht noch mehr Geld hinterher.“

Statt eines gigantischen Bahnhofs brauche man eine andere Verkehrspolitik mit einer Bahn, die nach integriertem Takt, pünktlich und preiswert fahre. Ähnliches forderte Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag. „Diejenigen, die Stuttgart 21 wollen, stehen mit dem Rücken zur Wand, das Projekt ist am Kippen, dafür strecke ich meine Hand ins Feuer!“ Die Veranstalter kündigten an, die Projektträger mit weiteren Demonstrationen an den Verhandlungstisch zwingen zu wollen.

 

Kommentare (87)
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AUG
28
13:42 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
satire
Hat jemand die Satire im ZDF gesehen?
AUG
24
15:39 Uhr, geschrieben von verlinker
Image der Bahn " Gehts noch tiefer " ?
Bevor ,,Deutschland" Großprojekte beschwört (und seine Politiker sich an ihrer Symbolkraft berauschen), sollte vielleicht erst mal die vorhandene Infrastruktur ertüchtigt werden. Angesichts einer Bahn AG, die nicht mal Klimaanlagen beherrscht, die seit Jahren nicht in der Lage ist, den S-Bahnverkehr Berlins zu steuern, ahnt man schon die Durchsage im künftigen Bratislava-Express: ,,Wegen einer betrieblichen Störung endet dieser Zug heute bereits in Stuttgart-Feuerbach." Quelle: Echo / Darmstadt http://www.echo-online.de/nachrichten/kommentare/Eins-tiefer;art2700,1093699
AUG
24
10:09 Uhr, geschrieben von Marie
1,55 Millionen Euro nur für Werbung! Wer bezahlt das eigentlich?
Scheint wohl einfach zu sein, dem Bürger für so ein schwachsinniges Projekt das Geld aus der Tasche zu ziehen, und auch nicht davor zurück zu schrecken, auch noch mindestens 1,55 Millionen Euro (!!) für Werbung zu verbraten - für ein Projekt, das doch angeblich "unumkehrbar" sei. Ist es etwa doch nicht unumkehrbar? Oder sind das nur verdeckte Wahlkampfkosten, auf dem Rücken des Steuerzahlers? CDU, SPD und FDP/FW stehen mit dem Rücken zur Wand. Bundesweit herrscht bereits Gegenwind. Mir scheinen das vorzeitige Abreißen und die Millionenwerbung schon arge Verzweiflungstaten zu sein... wieviel Angst muss da schon im Spiel sein?
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Die Angst vor Fernzügen am Vorgarten
[Kommentare 6] Widerstand gegen S-21-Fildertrasse gibt es vor allem in Leinfelden, wo viele Bürger an Gleisen wohnen.
Abstellbahnhof als wahlkampffreie Zone
[Kommentare 9] Bei Begehung des nördlichen S-21-Areals ist auch OB-Kandidatin Wilhelm dabei als interessierte Privatperson.

 

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