Das Windrad ist nur eine Idee - und unbeliebt

Von "Marbach und Bottwartal" 

Ludwigsburg/Affalterbach Protest gegen den im Windatlas vorgeschlagenen Lemberg. Von Iris Voltmann

Ludwigsburg/Affalterbach Protest gegen den im Windatlas vorgeschlagenen Lemberg. Von Iris Voltmann

Noch ist er nur ein Lufthauch, eine vage Idee, der mögliche Platz für ein Windrad auf dem Lemberg. Doch kaum ist der Gedanke ausgesprochen, wird der Wind rauer. Die Idee ins Spiel gebracht hat der TÜV Süd, der im Auftrag des Wirtschaftsministeriums den Windatlas Baden-Württemberg erarbeitet hat. Auf einer ehemaligen Deponie, dem Lemberg bei Poppenweiler, weht es stark genug, um ein Windrad zu betreiben.

Zwar liegt das betroffene Areal auf Ludwigsburger Gemarkung. "Aber mit einer Entfernung von 500 bis 600 Metern in unmittelbarer Nähe zu einem Affalterbacher Wohngebiet", wie es in einem Schreiben von Walter Müller, Pressewart der Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof, heißt. Dort sei man schon mit der Idee nicht einverstanden. Die Gründe sind aus der Sicht Müllers vielfältig: kurz hinter dem Ortsende von Affalterbach in Richtung Winnenden befinde sich eine Anlage zur Flugsicherung des Stuttgarter Flughafens. Der nach wie vor bestehende Anlagenschutz betreffe ein Gebiet im Radius von drei Kilometern. "Der vorgesehene Standort liegt innerhalb dieses Korridors und dürfte daher als Windradstandort ausscheiden", formuliert Müller. Zudem sei fraglich, ob der Untergrund einer Deponie einem Windrad genügend Standfestigkeit biete. Darüberhinaus befürchtet Müller eine Wertminderung der Gebäude im angrenzenden Wohngebiet.

Dem Affalterbacher Bürgermeister Steffen Döttinger ist die Idee eines Windrads an dieser Stelle neu. Daher könne er wenig zu möglichen Folgen für die Gemeinde sagen. "Das wäre Spekulation." Mögliche Auswirkungen und die Eignung des Standorts gelte es erst zu überprüfen. Mehr wüsste der Ludwigsburger Baubürgermeister Hans Schmid. Allerdings war er gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Vize-Landrat Utz Remlinger betont, dass es im Landkreis nur einen im Regionalplan ausgewiesenen Standort für eine Windkraftanlage gibt. "Und der liegt in Ingersheim." Allerdings hält er es für möglich, dass die neue Landesregierung langfristig Änderungen vornehmen wird. "Dazu lassen sich im Moment keine Aussagen treffen." Sicher sei nur, dass theoretisch weder seine Vergangenheit als Mülldeponie noch das dort ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet ein KO-Kriterium für ein Windrad seien. Untersuchungen gibt es von Seiten des Landratsamts keine, "da es hier nicht um ein konkretes Projekt geht." An Einschränkungen für die Flugsicherheit glaubt er nicht. "Das wäre aber von der zuständigen Behörde zu prüfen."

Der Windatlas Baden-Württemberg kann unter www.windatlas-bw.de eingesehen werden.

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