Das ewige Leben Filmkritik: Er sucht seinen Mörder

Von Wolfram Hannemann 

Josef Hader brilliert einmal wieder als Brenner in einem morbiden Krimi. „Das ewige Leben“ ist bereits die vierte Verfilmung eines Kriminalromans von Wolf Haas den ehemaligen Polizisten.

Filmkritik und Trailer zum Kinofilm "Das ewige Leben"

So abgebrannt war der Brenner noch nie. Ohne Geld, ohne Job, ohne Perspektive. Es ist ihm ins Gesicht geschrieben. Die freundliche Dame vom Arbeitsamt rechnet kurz. Bis 84 müsse er noch arbeiten angesichts der eingezahlten Beiträge, meint sie. Wie belämmert sitzt er da, mit leerem Blick, unrasiert, in abgetragenen Klamotten. Erst beim ­Hinausgehen fällt ihm das elterliche Haus ein: Nie wieder wollte er dorthin zurück nach Graz, den Ort seiner Jugend. Zu viele schmerzhafte Erinnerungen plagen ihn. Längst hat der Nachbar ein Auge auf das leckgeschlagene Haus geworfen. Kein Wunder, dass Brenner gerade jetzt von einer mörderischen Migräne heimgesucht wird.

» Trailer zum Kinofilm "Das ewige Leben"

Aber die vielen Tabletten und die alte Walther PPK sind keine gute Mischung. Ein Schuss fällt. Brenner wird mit schwerer Kopfverletzung ins Krankenhaus eingeliefert. Verdacht auf Suizid. „Alles Schmarrn!“, denkt er sich und büxt aus, um seinen ­Mörder zu finden.

„Es ist schon wieder etwas passiert“, flüstert eine längst vertraute Stimme aus dem Off und eröffnet damit die bereits vierte Verfilmung eines Kriminalromans von Wolf Haas um die Figur des Ex-Polizisten Brenner. Wie schon in „Komm, süßer Tod“, „Silentium­“­ und „Der Knochenmann“ schlüpft der Kabarettist und Schauspieler Josef Hader wieder in die Rolle dieses abgewrackten Menschen, der sich irgendwie durch ein gescheitertes Leben schlagen muss. Und wieder hat Wolfgang Murnberger als Regisseur alle Zügel in der Hand.

Österreichischer Witz, schwarzer Humor und eine kleine Prise Perversion

Gemeinsam mit Haas und Hader hat er auch am Drehbuch mitgeschrieben, das nur so strotzt vor typisch lakonisch österreichischem Witz, schwarzem Humor und einer kleinen Prise Perversion. Hier geht es nicht um den Fall als solchen, sondern um die ­darin verwickelten Menschen mit all ihren Leidenschaften und Abgründen. Ein Banküberfall, ein Todesfall und eine große Liebe: Brenners Vergangenheit wird dieses Mal Schicht um Schicht freigelegt – und sogar sein Vorname wird enthüllt!

Neben ­Hader glänzen Tobias Moretti als zwielichtiger Grazer Polizeichef und Nora von Waldstätten als dessen Geliebte, eine echte Femme fatale. Wieder steht Peter von Haller hinter der Kamera. Er hat dieses Mal in Cinemascope gedreht, und schon die ­Eröffnungsszene zeigt, dass das ein Gewinn ist. Brenner ist Kult. Und dass das auch so bleibt, dafür sorgen Murnberger und Hader.

Unsere Bewertung zu "Das ewige Leben": 4 von 5 Sternen - empfehlenswert!

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