Post von Leserin Inge Stoll aus Stuttgart. Sie schreibt: "Im Jahr 1956 kam der Bruder meiner Großmutter nach über 43 Jahren in Amerika wieder heim nach Oberndorf am Neckar. Er war krank und tat sich schwer mit der Eingewöhnung. ,Dande Tilly', seine Schwester, schickte bald jede Woche ein Paket mit amerikanischen Zutaten. Gut in Erinnerung ist mir, dem damals sieben Jahre alten Mädchen, ein Weihnachtspaket. Neben ,Cadburry Chocolat' und Maxwell-Kaffee befand sich eine größere Dose mit der Aufschrift ,Turkey' darin. Ungläubig holten wir den Dosenöffner und öffneten sie. Die Dose enthielt tatsächlich einen Truthahn, welcher bekanntlich siebenerlei Fleisch haben sollte - leider sehr trockenes. Als wir uns vom ersten Schrecken erholt hatten und wir Überlegungen anstellten, wie wir das ,Vieh' wohl am besten zubereiteten, machte meine Oma eine plausible und typisch schwäbische Bemerkung: ,Oh, Ernschd, an Schweinebroda hätt' wenigschtens a g'scheite Soß' gea!"'
Fritz Böhrer aus Waiblingen-Beinstein berichtet von seinem "Großvaddr". Dieser konnte während der morgendlichen Arbeit als Parkettleger-Meister zu seinem Romadour oder Bachstoi-Käs' sagen: "Kannscht ruhig drvolaufa - Hauptsach', du bisch zom Veschber wiedr do!"
Ein Nachtrag von Leser Rolf Schippert aus Oberschlechtbach. Er nimmt Bezug auf unseren Bericht vom Montag und ergänzt die darin vorgestellte Begriffsreihe zu dem Wort "dabba" um das Wort "Dapphedschich" - eine schwäbische Umschreibung für einen Fäustlingshandschuh, mit denen körperliche Arbeit verrichtet wurde. Zu normalen Handschuhen sagte man hingegen Fingerleshedschich.
Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Karl Heinz Langenbacher aus Böblingen. "Ein alter Freund von mir pflegte bei einem besonders guten Tropfen zu sagen: ,Mensch - do sottscht an Hals han wia a Rechastiel!"'
Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 104452, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax: 0711/7205-7309; E-Mail: land@stn.zgs.de