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"Da ist mehr Feuer drin"

"Filder-Zeitung", vom 01.02.2012 02:46 Uhr
Basketball Pius Weller und Erich Rittmaier vom SV Möhringen spielen mit Tübingen auch in der Jugendbundesliga. Von Susanne Degel

Als Larry Joe Bird Mitte der 80er Jahre dreimal in Folge zum wertvollsten Spieler in der US-amerikanischen Basketball-Profiliga gewählt wurde, da war Erich Rittmaier noch nicht einmal auf der Welt. Live auf dem Spielfeld hat er Bird nie spielen sehen. Und trotzdem ist der dreimalige NBA-Champion das große Vorbild des 15-Jährigen aus Waldenbuch. "Mein Vater hat viele Videos von ihm, die habe ich alle angeschaut", sagt der Schüler des Leinfeldener Immanuel-Kant-Gymnasiums. Beim Anschauen dürfte er sich aber auch einiges abgeschaut haben. Denn der sportliche Aufstieg, den der amerikanisch stämmige Nachwuchsbasketballer genommen hat, war zumindest bislang rasant. Vor vier Jahren hat er beim TSV Steinenbronn in der Kreisliga begonnen, zu Beginn dieser Saison wechselte er in die U16-Oberliga-Mannschaft des SV Möhringen und seit nunmehr einem Monat trainiert er einmal in der Woche bei der U16 des SV 03 Tübingen mit. Und die schickt sich derzeit an, den Klassenverbleib in der Jugendbundesliga (JBBL) zu schaffen. "Manchmal kann ich es selbst nicht glauben, wie schnell das alles gegangen ist", sagt der 1,85 Meter große Centerspieler.

Noch ein bisschen schneller ist der Aufstieg seines Möhringer Teamkollegen Pius Weller vonstatten gegangen. Der 15-Jährige aus Vaihingen, dessen Schwester Karoline in dieser Saison als Jugendspielerin bei den Möhringer Regionalliga-Damen zum Einsatz kommt und dessen Eltern früher ebenfalls Basketball als Wettkampfsport betrieben haben, ist erst vor zweieinhalb Jahren beim SVM eingestiegen. Inzwischen ist der 1,91 Meter große Allrounder ebenso wie Erich Rittmaier nicht mehr aus der U16-Stammformation wegzudenken. Und auch der Wechsel nach Tübingen vor den letzten Sommerferien hat sich für den Schüler der Robert-Koch-Realschule bereits bezahlt gemacht. "Im Schnitt spiele ich dort 20 Minuten - wenn es gut läuft, auch länger", sagt Pius Weller.

Sich stetig verbessern und irgendwann vielleicht einmal den Sprung in die Männer-Bundesliga schaffen - das ist das Ziel der beiden mit einem Doppelspielrecht ausgestatteten Nachwuchsbasketballer. "Natürlich träumt man davon, das ist doch klar", sagt Pius Weller, der ob seiner Größe kaum zu halten ist, wenn er einmal auf dem Weg zum Korb ist. Ob sich der Traum freilich erfüllt, stünde auf einem anderen Blatt Papier. Die Erfahrungen, die sie jetzt in der JBBL sammeln, sei aber allemal hilfreich. "Das Spiel ist viel körperbetonter und auch schneller", sagt Erich Rittmaier, der nebenbei noch Gitarre und Tennis spielt. "Außerdem spürt man in Tübingen schon im Training einen Konkurrenzkampf, da ist einfach mehr Feuer drin", sagt Pius Weller, der früher als Innenverteidiger beim TSV Rohr, dem SV Vaihingen und dem TSV Georgii Allianz Fußball gespielt hat. Weil ihn dann aber eine Knieverletzung am weitermachen gehindert habe, ist er zum Basketball gegangen. "Ich war ja sowieso meistens bei den Spielen meiner Schwester dabei", sagt der eher ruhige Typ.

Die Doppelbelastung in zwei Vereinen zu spielen, bedeutet für die beiden Jungs noch keinen Stress. Auch nicht die mitunter eine Stunde dauernde Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Tübingen. Man könne ja schlafen, sagt Pius Weller. "Oder lernen", sagt sein Kumpel. Dass sie mit dem SV 03 den Klassenverbleib in der JBBL schaffen, davon gehen sie aus. "Wir sind kein Kanonenfutter in der Gruppe", sagt Pius Weller. Mit den Möhringern wollen sie hingegen den Titel in der Oberliga gewinnen und dann um den baden-württembergischen Meistertitel kämpfen. Momentan sieht es gut aus. Mit nur einer Niederlage führt der SVM die Tabelle an.

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