Crashtest Schreit, wenn du es nicht kannst

Regine Warth, 12.02.2013 14:09 Uhr

Stuttgart - Eine Frau ist spätabends auf dem Weg nach Hause – und wird bedroht. Schreien hilft, so heißt es. Und wem angesichts der Gefahr die Stimme versagt, dem soll der Personal Alarm von Ila Dusk (etwa 30 Euro, erhältlich unter www.conleys.de) helfen. Das puderdosengroße Gerät imitiert das schrille Schreien einer Frau – und zwar mit etwa 130 Dezibel, was der Lautstärke eines vorbeidonnernden Düsenjets entspricht. Dazu muss frau nur die Reißleine ziehen, die in diesem Fall ein silbernes Kettchen ist. Überhaupt ist Personal Alarm als schmuckes Accessoire getarnt, so dass frau es ohne weiteres an ihrer Handtasche baumeln lassen kann.

Tatsächlich kann in einer Gefahrensituation Schreien helfen, um Aufmerksamkeit zu erregen, bestätigt die Tübinger Psychologin und Kriminologin Ursula Gasch. „Allerdings haben wissenschaftliche Untersuchungen und Feldversuche gezeigt, dass demjenigen dann nicht unbedingt geholfen wird.“ „Grundsätzlich ist es besser, nicht einfach nur um Hilfe zu rufen, sondern etwas zu schreien, was alle Menschen angehen könnte“, sagt Gasch.

Die Situation nachts allein auf der Straße und die Situation in einer belebten Fußgängerzone sind grundverschieden und erfordern verschiedene Aktionen, um sich erfolgreich den Aggressor vom Hals zu halten. So ist es am hilfreichsten, sich mit seinem Gebrüll direkt an den Angreifer zu wenden: „Er weiß im ersten Moment nicht, wie sein Opfer reagieren könnte“, sagt Gasch. Nutzt man diesen Moment und brüllt ihn an, bestehen gute Chancen, dass er von einem ablässt.

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