Stuttgart - Für Stuttgarts Ballettintendant Reid Anderson hat das Vorhaben seit Jahren „oberste Priorität“ – und kurzzeitig hatte er in der Spielzeit 2009/2010 gar alles auf eine Karte gesetzt, um ein Ja zum „längst überfälligen Neubau der John-Cranko-Schule“ zu erreichen. Ohne grünes Licht von Stadt und Land für den Neubau der von John Cranko 1971 gegründeten, für das Stuttgarter Ballett so wichtigen und international bestens positionierten Schule, so Anderson damals, sehe er keine Perspektive, bis 2011 – im Februar konnte das 50-jährige Bestehen des Stuttgarter Balletts gefeiert werden – weiterzumachen.
Auch ein weiteres Glücksdatum musste Anderson indes verstreichen lassen , ohne das Projekt Neubau Cranko-Schule abschließend finanziell gesichert zu wissen. Immerhin aber gab es bei der Gala zum 40-jährigen Bestehen der Cranko-Schule im Opernhaus einen Lichtblick besonderer Art. Eine Million Euro an Spendengeldern konnte der Förderverein des Stuttgarter Staatstheaters für das Vorhaben verbuchen– mit der Option, diesen Betrag sogar noch aufzustocken.
Baukosten auf 16 Millionen Euro begrenzt
Eben dies könnte schneller notwendig werden als gedacht. Am Mittwoch hat der Verwaltungsrat des Stuttgarter Gemeinderats den Baukostenanteil der Landeshauptstadt von 50 Prozent auf 16 Millionen Euro begrenzt. Damit fehlt auf städtischer Seite bereits vorab eine Million Euro, wenn das Bau- und Raumprogramm gehalten werden soll. Und da das Land seinerseits kaum in noch weitere Vorlage gehen wird – der Bau soll 2013 mit Landesmitteln begonnen werden, bevor die Gelder der Stadt 2014 folgen –, ist man schnell bei einer Deckungslücke von zwei bis drei Millionen Euro und noch schneller bei der Diskussion darüber, wie notwendig dieser oder jener Raum denn nun ist.
Wie berichtet, soll der Neubau der John- Cranko-Schule des Stuttgarter Balletts nach Plänen des Büros Burger Rudacs gebaut werden. Die Münchner hatten sich in einem Architektenwettbewerb mit 24 Vorschlägen für das Projekt durchgesetzt. Stefan Burger und Birgit Rudacs überbrücken die knapp 20 Höhenmeter auf einem Grundstück in Staatstheater-Nähe zwischen Urbanplatz und der darüber liegenden Werastraße mit einem mehrfach gestaffelten Gebäudekomplex. Im unteren Gebäudeteil sehen die Architekten einen großen Probensaal vor, in den mittleren Bauteilen bringen sie acht Tanzsäle samt Umkleidebereich unter. Ein dominanter Baukörper an der Werastraße soll das schuleigene Internat für bis zu 75 Ballettschüler beherbergen. Und was sagt Reid Anderson? „Ich bin total begeistert, das ist dramatisch, von heute und passt zu Stuttgart“
Der Kunstverein Stuttgart bietet unter dem Titel „Oh, My Complex“ Annäherungen an urbane Strukturen.
An diesem Samstag ist Finale für die Michel-Majerus-Skaterrampe auf dem Schlossplatz.