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Costa Concordia 19 deutsche Passagiere erstatten Anzeige

dapd, vom 01.02.2012 13:53 Uhr
Die havarierte "Costa Concordia" Foto: AP
Die havarierte "Costa Concordia" Foto: AP
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Bochum/Giglio - Nach dem Schiffsunglück vor der toskanischen Küste haben 19 deutsche Passagiere der „Costa Concordia“ Strafanzeige gegen den Kapitän des Kreuzfahrtschiffes und weitere verantwortliche Offiziere gestellt. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht von „bild.de“. Derweil bestärkten sich an der Unglücksstelle Sorgen vor einer möglichen Umweltkatastrophe, nachdem am Mittwoch ein dünner Ölfilm aus dem Wrack ausgetreten war.

In dem von den deutschen Passagieren angestrengten Verfahren geht es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, der Aussetzung, Gefährdung des Schiffsverkehrs und um unterlassene Hilfeleistung. Vertreten werden die Opfer von einem Anwalt aus Marl. Bei dem Schiffsunglück der „Costa Concordia“ am 13. Januar kamen mindestens 17 Menschen ums Leben, mindestens 15 Personen gelten noch als vermisst. Als Hauptbeschuldigter für das Unglück gilt der 52-jährige Kapitän Francesco Schettino.

Die klagenden Opfer erlitten den Angaben zufolge Brüche, Prellungen und Schürfungen, manche litten auch an traumatischen Störungen. „Kapitän Schettino hat die hilflosen Menschen im Stich gelassen und in die Gefahr des Todes gebracht“, sagte Anwalt Hans Reinhardt „bild.de“. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum wird nun geprüft, ob die Behörde für die Klage zuständig ist.

Sorgen vor Umweltkatastrophe wachsen

Laut dem Anwalt kann es in dem Strafverfahren auch um die Frage der Höhe des Schadenersatzes gehen. Die Schadensersatzforderungen als solches sollten jedoch in einem gesonderten Zivilverfahren in Italien geklärt werden. In diesem Zusammenhang arbeite man mit einem italienischen Kollegen zusammen, sagte Reinhardt der Nachrichtenagentur dapd. Dabei könnte möglicherweise auch die Frage eine Rolle spielen, ob der italienische Staat für die Havarie haften muss.

Nach Angaben von Reinhardt soll es Hinweise dafür geben, dass die Behörden dem Kreuzfahrtschiff eine zu nahe Passage entlang der Insel Giglio erlaubten, an der sich das Unglück ereignet hatte. Dort wuchsen am Mittwoch die Ängste um die vielfältige Meeresfauna in dem Küstengebiet, in dem unter anderem Delfine und Wale heimisch sind. Die Behörden versuchten zunächst zu ermitteln, wie schwerwiegend der Ausfluss des Öls ist.

An Bord des am 13. Januar gekenterten Schiffs befinden sich 2.400 Tonnen Schweröl und andere Schadstoffe. Die rund um das Schiff ausgelegten Ölsperren wurden am Mittwoch vom Wind angehoben, was es dem Öl erlaubte, sich in der Bucht auszubreiten. Der dünne Ölfilm besteht demnach aus Kohlenwasserstoffen, teilte die italienische Hafenbehörde mit.

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