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Cloud No. 7 im Europaviertel Luxus-Hochhaus im Rohbau fertig

Von Josef Schunder 

Die Baustelle des Luxus-Hochhauses an der Ecke Heilbronner und Wolframstraße Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Baustelle des Luxus-Hochhauses an der Ecke Heilbronner und WolframstraßeFoto: Lichtgut/Max Kovalenko

Ein Hauch von großer weiter Welt weht durch den Stuttgarter Talkessel. Im Sommer 2016 soll das Hochhaus Cloud No. 7 fertig sein – für Stuttgarts Verhältnisse ein Neubau der Superlative. Beim Richtfest wird die Vorfreude auf das Hotel- und Wohnhochhaus denn auch mächtig zelebriert.

Stuttgart - Tobias Fischer ist am Freitag der Mann der Stunde. Das Hotel- und Wohnhochhaus Cloud No. 7, dessen Rohbau steht und gefeiert wird, ist sein Baby. Das genießt der Investor und Projektentwickler in vollen Zügen. Und seine Gäste tun alles, damit der Chef der Schwäbischen Wohnungs AG und sie selbst auf Wolke Nummer 7 schweben.

Mit dem Bahnprojekt Stuttgart 21 falle der Landeshauptstadt in Europa eine „neue Zentralität“ zu, meint der Erste Bürgermeister Michael Föll (CDU), und Cloud No. 7 sei das Signal für Stuttgarts Aufbruch „in eine neue Zeit und eine neue Dimension“. Dem „lieben Tobias“ attestiert er eine Vision, Mut und Tatkraft.

Hotelbereich mit 175 Zimmern

Ein unternehmerischer Kraftakt war es tatsächlich. Die Baukosten werden sich, wenn das Hochhaus 2016 fertig ist, auf gut 80 Millionen Euro summiert haben. Schon rund 40 Millionen, sagt Fischer, seien inzwischen durch Verkäufe und unterschriebene Verträge über 68 Prozent der Wohnfläche erlöst. Für den Hotelbereich mit 175 Zimmern und Suiten, Restaurant und Panorama-Terrassenbar hat die Steigenberger-Gruppe einen Pachtvertrag für 20 Jahre abgeschlossen. Die Vision, die Fischer vor rund acht Jahren in einen Plan umsetzte, ist inzwischen in reichtlich Beton gegossen.

Die Vision lautete: Über einem Hotel gibt es Luxuswohnungen mit Hotelservice und größtmöglicher „Sicherheit und Geborgenheit“, mitten in der Stadt und mit teilweise atemberaubenden Ausblicken nicht nur auf die Stadtlandschaft, sondern auch auf die grüne Landschaft weiter draußen. Die „einzigartige Lage“ reize vor allem Käufer aus der Region. Ältere Käufer, die sich durch eine Millioneninvestition die Sorge um Anwesen und Garten ersparen, aber auch junge Käufer „unter 30 Jahren“, sagt Fischer. 95 Prozent der Käufer seien aus Stuttgart und der Umgebung, zwei Käufer kamen aus Peking. Gerüchte über ausländische Investoren seien falsch, sagt Fischer.

Planung geht weiter

Der peilt inzwischen ein weiteres Engagement an. Er würde gern das Tagungs- und Kongresszentrum bauen, das neuerdings fürs Europaviertel im Gespräch ist. Fischer möchte eine Convention Hall, also eine Kongresshalle, von „größerer Dimension“ bauen. „Wir bewerben uns mit einem Grundstück darum. Der Standort Europaviertel schreit förmlich danach“, sagt Fischer. Seinen Duzfreund Föll wird das freuen. Er setzt sich selbst für das Kongresszentrum ein.

Weitergehende Pläne hat auch schon die Steigenberger Hotels AG. Ihr Vorstandschef Puneet Chhatwal sagt bei einer Pressekonferenz vor dem Richtfest, außer dem Hotel Graf Zeppelin, dem InterCity-Hotel im Bonatzbau und dem geplanten Hotel im Hochhaus könnte er sich noch zwei weitere Hotels am Standort Stuttgart vorstellen. Eines am liebsten bei Messe und Flughafen, eines vielleicht noch in der City. Dort ein weiteres IC-Hotel zu haben, wäre „nicht schlecht“. Der Markt am starken Wirtschaftsstandort Stuttgart gebe noch mehr her.

Eine Kannibalisierung, sprich Konkurrenz für die bestehenden Häuser, befürchtet der Steigenberger-Chef nicht. Das Haus im Cloud No. 7 soll mit der neuen Steigenberger-Marke „JAZ in the City“, die im Oktober in Amsterdam eingeführt wird, ein ganz eigenes Flair bekommen: trendig, hip, jung und irgendwie auch jazzig. Es soll „den Puls der Zeit“ erfassen. Und die Bar mit Dachgarten auf der sechsten Etage soll das „Highlight“ werden. Dass Steigenberger jetzt mit drei Marken in Stuttgart präsent ist, gilt allen Beteiligten als Bekenntnis zur Stärke dieses Standortes.

Auch Chhatwal singt beim Richtfest ein Loblied auf Fischer. Am Ende grenzt es an ein Wunder, dass der Investor noch ohne Heiligenschein daher kommt. Obwohl er sich selbst auch noch als Vorbild empfiehlt: Was er hinstellt, nennt er einen „Leuchtturm für diese starke Wirtschaftsregion und die innere Kraft ihrer Menschen“. Wenn auch andere den Mut hätten, ihre Vision zu leben, und wenn es etwas weniger Bürokratie gäbe, „hat Stuttgart eine große Zukunft“, sagt er.

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