Seite 2Christoph Sonntags neues Programm Zum Schluss gibt es einen schönen Hit von Baccara

Von Tim Schleider 

Am stärksten ist Christoph Sonntag ohnehin dann, wenn er politisch wird. Dann ist er plötzlich gar nicht mehr der nette schwäbische Nachbar, sondern ein bitterböser Zeitkritiker. Beckenbauer hat Millionen an Bestechungsgeldern für seine WM-Dienste kassiert? „Gute Sache. Ich bin schon lang dafür, dass das Ehrenamt in unserer Gesellschaft aufgewertet wird.“

Angela Merkel habe sich von Obama als Abschiedsgeschenk eine Drohne für das Zielobjekt Seehofer gewünscht? „Obama hat abgelehnt. Er schießt nicht auf Schwarze. Das machen in seinem Land nur weiße Polizisten.“ Und dann gibt es jede Menge sehr schöner Trump-Witze: Was grenzt an Dummheit? „Kanada und Mexiko.“

Auch wenn es der Künstler auf der Bühne nie so verkünden würde: Er ist ein Comedian mit Haltung, der nicht nur Lacher will, sondern, wenn möglich, Apfelbäumchen pflanzen. Mit seiner Stiftung finanziert er Sozial- und Bildungsprojekte im Land, die versuchen, Grenzen und Dummheit in der Gesellschaft abzubauen.

Das muss man nicht wissen, wenn man sein Bühnenprogramm sieht, die Leute haben auch so ihren Spaß. Aber wer es weiß, versteht es umso besser. Und allerspätestens bei der Zugabe, wenn Christoph Sonntag wirklich täuschend echt einen Dorfdiscoabend aus seiner Jugendzeit beim Ochsenwirt auf dem Land parodiert, geht die Rechnung auf: Yes Sir, he can boogie.

Termine: Christoph Sonntag tourt mit seinem neuen Programm „Bloß kein Trend verpennt“ durchs Land. Die nächsten Auftritte sind am 18. März in Neuenburg, am 21. in Singen und am 23. in Plochingen. Am 31. März ist eine weitere Vorstellung im Stuttgarter Theaterhaus. Alle Termine unter www.swr3.de

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