Mittlerweile ist die Diskussion um die geänderten Taktzeiten der Buslinie 82 sowie die damit verbundenen schlechten Anschlüsse an die S- und U-Bahnen abgeebbt. Der CDU-Stadtrat Jürgen Sauer hat das Thema aber nicht aus den Augen verloren. Als Aufsichtsratsmitglied der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) hat er Oberbürgermeister Wolfgang Schuster einen Brief geschrieben. "Die Kritik vor allem junger Fahrgäste und Eltern entzündet sich daran, dass mit der Einführung großer Gelenkbusse Ende 2009 die bis dahin geltende Taktfrequenz von zehn Minuten zwischen Rohr und dem Bahnhof Vaihingen in der morgendlichen Hauptverkehrszeit auf das Doppelte verlängert worden ist", heißt es in dem Schreiben des Stadtrates.
Sauer schließt sich der "Kritik des Bezirksbeirats und des Jugendrats in vollem Umfang" an. Er fordert daher, am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr wieder einen Zehn-Minuten-Takt einzuführen. "Diese Änderung ist für mich unerlässlich", erklärt Sauer. Vor dem Fahrplanwechsel galt diese Regelung bereits für den Abschnitt zwischen Rohr und dem Vaihinger Bahnhof. Sauer schlägt vor, dass in den Morgenstunden die komplette Strecke im Zehn-Minuten-Takt bedient wird. Es könne nicht sein, dass Schüler unverhältnismäßig früh aus dem Haus müssen, weil die Anschlüsse nicht stimmen. Sauer verweist darauf, dass auch viele Schüler den 82-er nutzen, um dann mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln etwa zum Königin-Charlotte-Gymnasium nach Möhringen zu gelangen.
Vor allem in den Wintermonaten kam es zu Engpässen auf der Linie 82. Der ein oder andere Schüler blieb morgens an der Haltestelle stehen, weil kein Platz mehr im Bus war. "Man könnte die Änderung auch auf die kalte Jahreszeit beschränken", sagt Sauer. Der Fantasie der SSB seien da keine Grenzen gesetzt.
Sauer liegt dabei "eine betriebswirtschaftliche Lösung" am Herzen. Gleichwohl verweist er darauf, dass es sich bei den heutigen Schülern um die Kundschaft von morgen handelt.
Die SSB haben ebenfalls ein Augenmerk auf die Buslinie 82 geworfen. So hatte man nach den Beschwerden noch einmal eine umfangreiche Fahrgasterhebung in die Wege geleitet. Über die Ergebnisse hat das städtische Nahverkehrsunternehmen jedoch noch nichts verlauten lassen. Sie sollen dem Vaihinger Bezirksbeirat in einer nächsten Sitzungen vorgestellt werden.