"Nachdem nun bereits zweimal von amerikanischen Lebensmittelpaketen die Rede war, meint meine Frau, ich müsse nun auch eine Begebenheit erzählen, die in unserer Familie lange kolportiert wurde", schreibt Leser Eugen Gutknecht aus Stuttgart: "In den Hungerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt meine Großmutter auch - endlich! - einmal ein Care-Paket. Voller Erwartung öffnete sie es in Anwesenheit meiner Mutter. Es enthielt unter anderem größere Mengen Maismehl und/oder Mais. Etwas, das meine Großmutter zur damaligen Zeit in ihrer Umgebung zum menschlichen Verzehr nicht kannte. Ihr enttäuscht-entsetzter Ausruf wurde von meiner Mutter noch oft erzählt: ,Om dr älles! Jetz hend mir Honger, ond dia Amerikaner schicket ons Heanrfuadr (Hühnerfutter)!"'
Der schwäbische Spruch des Wochenendes bezieht sich auf den Satz "Dees strackt wohl oba druff", den wir am Donnerstag veröffentlicht haben - die Umschreibung dafür, dass nach einem üppigen Essen auch noch beim Nachtisch zugelangt wurde. Verwandt damit ist der Satz: "Des isch d'Mischde dungt" - wenn man sagen will, dass etwas völlig unnötig ist. Leserin Gerda Bäder kennt diesen Satz als Ausdruck dafür, dass jemand mehr bekommt, als er gebraucht: "Man sagt auch: ,Des isch Wasser in d'r Bach neitraga."'
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