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Burschenschaften in Stuttgart Vandalismus in Untertürkheim: Scheiben der Sängerhalle eingeschlagen

dpa/SIR, Fotos: 7aktuell.de, 23.11.2012 12:46 Uhr
Mitglieder der Deutschen Burschenschaften treffen sich drei Tage lang in Untertürkheim - vor der Veranstaltung wurden Scheiben der Sängerhalle zerstört.

Stuttgart - Die Deutschen Burschenschaften streiten über ihre Haltung zum Rechtsextremismus. Kernproblem sei, dass es einige Verbandsbrüder gebe, welche die studentischen Verbindungen in ein negatives Licht rückten, sagte Sprecher Christoph Basedow am Freitag in Stuttgart kurz vor dem außerordentlichen Treffen. Die entscheidende Frage sei, „ob es gelinge, Extremisten zu entfernen“.

Die Vertreter der rund 100 Burschenschaften mit geschätzt 10.000 Mitgliedern wollen bis Sonntag debattieren. Beim Stuttgarter Veranstaltungsort, der Sängerhalle in Untertürkheim, wurden in der Nacht von Unbekannten Scheiben im Eingangsbereich eingeworfen, wie die Polizei mitteilte. Es wird in alle Richtungen ermittelt, auch der Staatsschutz ist eingeschaltet.

Das Treffen sollte am Freitagnachmittag beginnen. Im Juni war der Burschentag in Thüringen vorzeitig aufgelöst worden, weil sich die Kontrahenten so sehr zerstritten hatten, dass keine Einigung mehr möglich schien. Der Streit in der Organisation hatte sich an folgenden Vorgang ausgelöst: In einer Verbandszeitschrift hatte ein konservativer Funktionär den NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer geschmäht.

"Eine Burschenschaft ohne rechtsextreme Einflüsse wird es nicht geben"

Er hatte Bonhoeffer als Landesverräter und dessen Hinrichtung als „juristisch gerechtfertigt“ bezeichnet. Dafür muss er sich inzwischen vor Gericht verantworten. Die Liberalen unter den Burschenschaftlern wollten ihn abwählen, verfehlten jedoch die Mehrheit. Nun wollen sie einen neuen Anlauf nehmen.

Der Richtungsstreit werde voraussichtlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen, sagte Basedow. Bislang könne der Dachverband nur auf die einzelnen Verbindungen einwirken, aber nicht auf deren Mitglieder. Für die Deutsche Burschenschaft stehe viel auf dem Spiel. Ferner solle auch geklärt werden, welche Kriterien ein Student erfüllen muss, um in einer Burschenschaft aufgenommen zu werden. Die Konservativen fordern Deutschstämmigkeit, die Liberalen wollen eine Öffnung.

Die innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke, sagte: „Eine Burschenschaft ohne rechtsextreme Einflüsse wird es nicht geben. Dafür ist der Einfluss von Verbänden, die geistig im Faschismus wurzeln, viel zu stark.“ Nach Angaben von Basedow ist bislang noch unklar, welche Burschenschaft in Zukunft den Verband führen soll. Die Veranstalter erwarten in Stuttgart über 500 Mitglieder. Für diesen Samstag sind laut Polizei Proteste gegen das Treffen geplant.

 
 
Kommentare (7)
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Stuttgarter Bürger Ist schon länger als 1 Jahr her
Punkt
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M. Szinkowski Ist schon länger als 1 Jahr her
'Die Verfassungsschützer vermuten 1800 Rechtsextreme in diesen dubiosen Seilschaften. ' Können Sie das belegen? Bitte keine Quelle wie indymedia oder ähnliches angeben - sondern eine seriöse, bitte!
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phil55 Ist schon länger als 1 Jahr her
Überraschung auf dem Sonder-Burschentag in Stuttgart: Der rechtsextreme Chefredakteur der Verbandszeitung, Norbert Weidner, wurde abgewählt. Unklar ist, ob die Spaltung des Dachverbands abgewendet ist - auch der national-liberale Flügel musste Niederlagen einstecken. ______________________________________________________________________________ http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/burschentag-in-stuttgart-norbert-weidner-als-schriftleiter-abgewaehlt-a-869080.html
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phil55 Ist schon länger als 1 Jahr her
Eine Auseinandersetzung mit rechtsextremistischen Gedankengut ist das Gebot der Stunde. Es fragt sich aber: rechtfertigt ein gut gemeintes politisches Ziel auch Gewaltmittel? Blindwütige Gewalt gegen eine gemeinschaftlich genutzte Vereins-Immobilie ist in ihrer Wirkung eindeutig kontraproduktiv. Die linken Gruppierungen sollten sich im eigenen Interesse von Gewalt gegen Dritte distanzieren. _______________________________________________________________________________ >> Vandalismus in UT: Scheiben der Sängerhalle eingeschlagen << https://linksunten.indymedia.org/de/node/72115
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tom Ist schon länger als 1 Jahr her
Die Verfassungsschützer vermuten 1800 Rechtsextreme in diesen dubiosen Seilschaften. Hoffentlich arbeiten die Verfassungsschützer in Zukunft besser.
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