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Bundeswehrreform Wer freiwillig dient, soll schneller einen Job bekommen

Frank Krause, vom 21.09.2010 17:43 Uhr

Herxheim - Nach den Plänen von Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) soll die Bundeswehr in den nächsten Jahren massiv umgebaut und um ein Drittel auf rund 165.000 Soldaten verkleinert werden. Mehrere Bundesländer fürchten deshalb Standortschließungen und den Verlust von zivilen Arbeitsplätzen.

Vor diesem Hintergrund haben Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am Dienstag bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung in Herxheim an der Weinstraße eine Initiative beschlossen, die man den anderen Bundesländern und der Bundesregierung vorlegen will. Der Plan sieht einen freiwilligen Wehr- und Zivildienst in einem Zeitraum zwischen neun und 24 Monaten vor.

Wer sich dazu entschließt, soll finanziell entlohnt werden und am Ende ein Zertifikat erhalten, mit dem die Wartezeiten für Studiengänge verkürzt und Vorteile bei der Fächerwahl verbunden sind. Darüber hinaus will der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) in Gesprächen mit der Wirtschaft erreichen, dass "diese Leute nach ihrem Freiwilligendienst bevorzugt eingestellt werden", sagte Beck in Herxheim.

Länder hoffen auf junge Leute

Sein baden-württembergischer Kollege Stefan Mappus (CDU) signalisierte Unterstützung. "Diese Anreizstruktur ist eine große Chance, junge Leute für einen Freiwilligendienst zu gewinnen." Mappus und Beck erwarten, bei der anstehenden Bundeswehrreform "frühzeitig eingebunden zu werden". Die Bundeskanzlerin habe ihm das zugesagt, sagte Mappus.

Guttenberg selbst hatte zuletzt ein anderes Freiwilligenmodell angeregt, bei dem junge Leute nach einem sechsmonatigen Aufenthalt entscheiden könnten, ob sie bei der Bundeswehr bleiben. Experten gehen davon aus, dass die Bundeswehr in Zukunft zwischen 7000 und 15.000 Freiwillige benötigt.

 

Kommentare (5)
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SEP
24
13:57 Uhr, geschrieben von admin
Ist dieses Konzept überhaupt schon richtig Überdacht?
Darf dann auch eine junge Frau, die eine bessere Einstellungschance haben will einfach so zum Bund oder einen Zivildienst leisten oder nennt man das dann noch FSJ? Was passiert, wenn ein junger Mann nicht die körperlichen Voraussetzungen mitbringt, um zum Bund zu können? Und wieso bitteschön 9-24 Monate? Will jemand ernsthaft studieren, so muss er Anfang Oktober oder ganz selten Anfang April den Dienst beendet haben... Richtig überdacht ist meiner Meinung nach das Konzept noch nicht richtig.
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SEP
22
10:12 Uhr, geschrieben von B. Kittel
Chancengleichheit ade?
Neben fraglichen Aspekten der Funktionalität nationaler Streitkräfte, welche sich nach persönlichem Ermessen der Soldaten gestalten soll, birgt der Vorschlag, Freiwilligen nach Beendigung des Wehrdienstes z.B. bei der Studienplatzvergabe, Fächerwahl oder bei der Einstellung in der freien Wirtschaft bevorzugt zu werden, einiges an Sprengstoff in sich. Wie werden junge Menschen dann behandelt, welche vielleicht gern Wehrdienst leisten wollten, es ihnen jedoch aufgrund (auch nur leichter) körperlicher Einschränkungen verwehrt bleibt? Wie werden künftig Wehrdienstgegner behandelt, etwa mit Sanktionen bei der Studienplatzvergabe oder Einstellung in der freien Wirtschaft? Werden künftig erstklassig ausgewiesene berufliche Kompetenzen mit dem "Gedient zu haben" gleichgestellt? So etwas Ähnliches gab oder gibt es doch schon für Soldaten auf Zeit, welche sich zum Ende ihrer Dienstzeit anstatt des ergänzenden Schul- und/oder Berufsausbildungsanspruch einen "Eingliederungsschein" für den Öffentlichen Dienst geben lassen. Das Problem der Funktionalität einer Armee kann nicht mit einem Freiwilligendienst gelöst werden und schon gar nicht mit Lockvogelangeboten, wie der Bevorzugung im Berufsleben. Dass ein Wehrpflichtmodell, wie es derzeit praktiziert wird keine Zukunft haben kann liegt auf der Hand, da die Anwesenheit der Wehrpflichtigen viel zu kurz und damit unwirtschaftlich ist. Eine Abkehr von der Wehrpflicht wird zudem schon seit vielen Jahren diskutiert, was m.E. auch Vorteile in der Funktionalität und auch in der Wirtschaftlichkeit einer nationalen Armee in sich birgt, wenn der Schritt nur konsequent genug getan würde. Vielleicht sollten unsere vom Volk gewählten Vertreter endlich einmal ihre Aufgaben wahrnehmen und zu notwendigen Veränderungen stehen, diese dann auch zielgerichtet umsetzen, anstatt wie im vorliegenden Beispiel auf Kosten der Sicherheit der Deutschen Bevölkerung herumzueiern.
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SEP
22
09:42 Uhr, geschrieben von Wolfgang Schatz
Jobstart
Was nützt das, wenn es keine Jobs gibt...
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