Herxheim - Nach den Plänen von Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) soll die Bundeswehr in den nächsten Jahren massiv umgebaut und um ein Drittel auf rund 165.000 Soldaten verkleinert werden. Mehrere Bundesländer fürchten deshalb Standortschließungen und den Verlust von zivilen Arbeitsplätzen.
Vor diesem Hintergrund haben Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am Dienstag bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung in Herxheim an der Weinstraße eine Initiative beschlossen, die man den anderen Bundesländern und der Bundesregierung vorlegen will. Der Plan sieht einen freiwilligen Wehr- und Zivildienst in einem Zeitraum zwischen neun und 24 Monaten vor.
Wer sich dazu entschließt, soll finanziell entlohnt werden und am Ende ein Zertifikat erhalten, mit dem die Wartezeiten für Studiengänge verkürzt und Vorteile bei der Fächerwahl verbunden sind. Darüber hinaus will der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) in Gesprächen mit der Wirtschaft erreichen, dass "diese Leute nach ihrem Freiwilligendienst bevorzugt eingestellt werden", sagte Beck in Herxheim.
Länder hoffen auf junge Leute
Sein baden-württembergischer Kollege Stefan Mappus (CDU) signalisierte Unterstützung. "Diese Anreizstruktur ist eine große Chance, junge Leute für einen Freiwilligendienst zu gewinnen." Mappus und Beck erwarten, bei der anstehenden Bundeswehrreform "frühzeitig eingebunden zu werden". Die Bundeskanzlerin habe ihm das zugesagt, sagte Mappus.
Guttenberg selbst hatte zuletzt ein anderes Freiwilligenmodell angeregt, bei dem junge Leute nach einem sechsmonatigen Aufenthalt entscheiden könnten, ob sie bei der Bundeswehr bleiben. Experten gehen davon aus, dass die Bundeswehr in Zukunft zwischen 7000 und 15.000 Freiwillige benötigt.