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Bundestrainer setzt auf gesunden Ehrgeiz

"Strohgäu Extra", vom 08.02.2012 02:46 Uhr
Reitsport I Heinrich-Hermann Engemann leitet am kommendenMontag das Seminar für Reitlehrer. Von Andreas Klingbeil

Eine Weltmeisterschaft kann so manches durcheinander bringen - auch die gewohnte Abfolge beim Seminar für Reitlehrer, das genauso wie die Hippologische Fachtagung seinen festen Platz im Programm des Leonberger Pferdemarktes hat. Als der Horber Michael Jung 2010 Weltmeister der Vielseitigkeitsreiter geworden war, lotsten ihn die Organisatoren im vergangenen Jahr ans Tilgshäusle und in die Stadthalle.

Das eigentlich vorgesehene Thema Springreiten musste angesichts der Aktualität warten - und kommt nun in diesem Jahr zu seinem Recht. Und das mit hochkarätiger Besetzung. Am Montag, 13. Februar, ist Heinrich-Hermann Engemann als Referent beim Seminar für Reitlehrer zu Gast.

Der 52-Jährige bildet seit Januar 2009 als Disziplintrainer zusammen mit Chefcoach Otto Becker die Doppelspitze der Nationaltrainer Springen. Der gelernte Metzger und Pferdewirtschaftsmeister, deutscher Vizemeister 2006 und Dritter beim Weltcupfinale 2008 in Göteborg, ist zum einen zuständig für die Betreuung der Nationalmannschaftsreiter bei Olympischen Spielen, Championaten und hochrangigen Nationenpreisen. Zum anderen ist er mit dem Aufbau und dem Training einer Perspektivgruppe Springen betraut. Im Tilgshäusle bearbeitet er am Pferdemarktsmontag von 9.30 bis 12 Uhr das Thema "Springausbildung". Zu Demonstrationszwecken sind eine Gruppe von Teilnehmern des Reit- und Fahrvereins Leonberg, unter anderem mit der deutschen Hochschulmeisterin Nadine Kraft, vor Ort sowie eine Gruppe des Landesverbandes. Die Richtlinien für seine Lehrgänge hat Engemann klar formuliert: "Für mich ist das wichtigste wie die jungen Leute auftreten. Sie müssen gesunden Ehrgeiz haben, ihren Sport ernst nehmen und müssen auch bereit sein, sich etwas sagen zu lassen."

Im Rahmen der 37. Hippologischen Fachtagung, die um 14.30 Uhr in der Stadthalle beginnt, geht der 45-fache Nationenpreisreiter noch einmal explizit auf die neuen Richtlinien und Standards in der Springausbildung ein. Anschließend folgt der Vortrag von Christoph Seeh, der sich mit dem Thema "Viruserkrankungen beim Pferd - insbesondere Herpes" befasst. Der Veterinärmediziner arbeitet bei der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg und berichtet aus seiner Praxiserfahrung, zu der auch die Herpestodesfälle Ende des Jahres 2010 zählen, als in Ditzingen vier Pferde verendeten.

Der Pferdemarktsauftakt im Tilgshäusle gehört traditionell dem Seminar für Therapeutisches Reiten. Am Freitag, 10. Februar, geht es von 9.30 bis 14 Uhr in Theorie und Praxis um "Ausbildung und Training des Therapiepferdes - parallel zur Gelassenheitsprüfung des Polizeipferdes". Seminarleiter ist Polizeihauptmeister Karl-Heinz Hummel, seit 1989 Mitglied der Polizeireiterstaffel und für die Ausbildung von Reitern und Pferden mitverantwortlich.

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