Bundesliga-Wechselbörse Die wichtigsten Transfers des Winters 2012/13

Henrik Lerch/Matthias Kapaun/dpa, 01.02.2013 09:43 Uhr
Wolfsburgs Lakic stürmt nun für Frankfurt, Holtby ist reif für die Insel, Kuzmanovic kehrt dem VfB Stuttgart den Rücken - die Fotostrecke der wichtigsten Wintertransfers der Bundesligasaison 2012/13.

Stuttgart - Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist der Winterschlussverkauf in der Fußball-Bundesliga ein maues Geschäft geblieben. Zum Ende der zweiten Transferperiode der aktuellen Spielzeit haben die Erstliga-Clubs 44 neue Spieler unter Vertrag genommen oder ausgeliehen.

Dabei investierten die Vereine gerade mal knapp 30 Millionen Euro. Nicht eingerechnet sind die Leihgebühren. Zum Vergleich: In den vergangenen beiden Jahren hatten die Vereine im Winter jeweils um die 50 Millionen Euro für Nachverpflichtungen ausgegeben. Damit steigen die Gesamt-Investitionen für die laufende Saison auf fast 280 Millionen Euro.

Die Ansätze der Bundesligisten waren beim Kauf und Verkauf von Spielern manchmal sehr unterschiedlich: Der eine Verein etwa musste sich dringend verstärken, um den Abstieg zu verhindern, der andere wollte seinen proppevollen Kader ausmisten, andere Vereine wiederum wollten sich nur gezielt verstärken.

Wir liefern eine Übersicht über die wichtigsten Zu- und Abgänge der Fußball-Bundesligisten im Winter der Saison 2012/13 - klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie.

In der letzten Wechselperiode der Saison setzten die Clubs vor allem auf sparsame Ausleihgeschäfte. Zwei Drittel der Neuerwerbungen kamen auf Leihbasis zustande, teilweise mit anschließender Kaufoption. Allerdings verhielten sich die 18 Clubs sehr unterschiedlich auf dem Markt. Zwei Vereine (Bayern München und Hamburger SV) wurden gar nicht tätig.

Sieben Clubs verstärkten sich mit nur einem Spieler wie der VfL Wolfsburg, der allerdings für Ivan Perisic von Borussia Dortmund 7,5 Millionen ausgab und damit den Rekordtransfer des Winters tätigte. Bei der Verschlankung des Kaders trennte sich der VfL von acht Profis, die allerdings allesamt nur ausgeliehen wurden. Der bereits ausgeliehene Franzose Giovanni Sio (FC Augsburg) wurde an den FC Sochaux weiter verliehen. "Wir wollen nicht mehr über die Quantität, sondern über die Qualität kommen", sagte der neue Sportdirektor Klaus Allofs.

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl, der in der Vergangenheit auch gerne im Winter Spieler verpflichtete, erklärte seine Zurückhaltung mit dem starken Kader der Borussia. "Es war auch kein Spieler auf dem Markt, den man als Vorgriff auf die neue Saison hätte verpflichten können", sagte Eberl.

Spektakuläre Transfers blieben aus

Spektakuläre Transfers wie die von Didier Drogba oder Wesley Sneijder, die beide zu Galatasaray Istanbul wechselten, blieben in der Bundesliga aus. Zwar holte Borussia Dortmund Nuri Sahin zurück, und der FC Schalke verstärkte sich mit den Brasilianern Raffael und Michel Bastos, doch wurden auch diese drei Profis nur auf Leihbasis für Summen bis zu 1,5 Millionen Euro plus Kaufoption verpflichtet. "Wir werden uns in aller Ruhe anschauen, ob wir diese Option dann auch ziehen", sagte Schalkes Manager Horst Heldt.

Die größten Aktivitäten gab es bei den vom Abstieg bedrohten Clubs. Hoffenheims neuer Manager Andreas Müller investierte mit 9,4 Millionen Euro für sechs neue Spieler das meiste Geld aller Bundesligisten. "Das ist schon grenzwertig, aber es war der Situation geschuldet", sagte Müller im Fachmagazin "kicker". Letzte "Schnäppchen" waren der Gladbacher Igor de Camargo und Torhüter Heurelho Gomes von Tottenham Hotspur, die zunächst bis zum Saisonende ausgeliehen wurden.

Die Aufsteiger Fortuna Düsseldorf (5) und Greuther Fürth (6) haben insgesamt elf neue Profis verpflichtet, dabei aber nur jeweils eine Million Euro bzw. 1,4 Millionen Euro investiert. Mit 3,6 Millionen Euro Ausgaben hat sich Hannover 96 auf Rang drei hinter den Spitzeneinkäufern Hoffenheim und Wolfsburg geschoben und dabei unter anderem den Arsenal-Verteidiger Johan Djourou geholt.

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Kommentare (1)
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Alois Niederl Ist schon länger als 1 Jahr her
Stellen sie sich eine Firma vor (Vfb) dessen Vorstand beschließt, eine neue Werkhalle (Stadion) zu bauen. Um diese zu finanzieren, werden vorhandene Maschinen (Spieler) natürlich die technisch besten (bringen Geld) verkauft. Ist die Werkhalle (Stadion) fertig, wird mit den restlichen nicht zeitgemäßen Maschinen die Produktion fortgesetzt. Arbeitet Herr Hundt auch so in seinen Betrieben? Ein Betriebsleiter (F.B.) ohne Erfahrung und abhängig vom Vorstand, ein Ausbilder (B.L.) mit großer Lippe und schon an zwei Betriebsstätten (HH u. LEV) gescheitert, können man nun mal keine Fantasien entwickeln, die den Vfb dauerhaft in den oberen Tabellenregionen sieht. Eine der stärksten Wirtschaftsregionen in Deutschland und einen mittelklassigen Fußballverein der eigentlich nur als Ausbildungsverein für andere Clubs fungiert, geben ein trauriges Bild. Der Vfb-Fan hat mehr verdiehnt. Es bleibt noch die Frage, ob die vielen Millionen an Euros in ein Stadion geflossen sind, das mal das schönste Zweitligastadion sein wird. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die Vereinsmitglieder in der Vereinsführung etwas ändern. A. N.
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