Die Zeppelinschule hat es sich zum Ziel gesetzt, Ganztagesschule zu werden. Zum Schuljahr 2012/2013 könnten die Pläne in die Tat umgesetzt werden - beginnend mit der Klassenstufe 1. Rückendeckung hat die Schulleitung am Dienstagabend von den Stadträten in der Sitzung des Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschusses (VKS) erhalten.
Zumindest, wenn es darum geht, sich mit dem Bildungskonzept der Schule zu befassen. Anlass für zwei Anträge der SPD und der Fraktionsgemeinschaft FDP/LE-Bürger war eine interne Informationsveranstaltung der Schule am 17. März mit der Verwaltung und Vertretern der Fraktionen, bei der die Schulleitung das Konzept vorgestellt hatte.
"Die Schule braucht von uns eine Planungssicherheit beziehungsweise eine Rückmeldung, ob sie mit ihrem Konzept auf dem richtigen Weg ist", sagte Barbara Sinner-Bartels von den Sozialdemokraten. "Wir sehen es daher als wichtig an, dass wir im Gremium über dieses Thema sprechen - und das ziemlich bald." Deshalb lautet die Bitte der SPD, das Thema schnellstmöglich, entweder in der VKS-Sitzung im Mai oder spätestens im Juli, zu beraten. "Damit vor der Sommerpause ein Beschluss des Gemeinderats vorliegt", sagte Sinner-Bartels.
Auch die Stadträte von FDP/LE-Bürger begrüßen das Konzept der Zeppelinschule. Die Stadträte gehen sogar noch einen Schritt weiter und fordern die Verwaltung auf, "die übrigen Grundschulen zu ermuntern, ebenfalls eigene Konzepte über künftig wünschens- und erstrebenswerte Inhalte und Strukturen zu erarbeiten". Außerdem wollen sie, dass die Verwaltung, eine "Einschätzung abgibt, was es bedeuten würde, die Schulbezirke in Leinfelden-Echterdingen aufzuheben". Der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Haug betont gegenüber der Filder-Zeitung: "Wir wollen keine Kinder in Containern als Übergangslösung." Stattdessen interessiere ihn und seine Fraktion, in welcher Form eine Neuordnung der Schulbezirke zu einer gleichmäßigen Auslastung beider Grundschulen "mit unterschiedlichen Konzepten" führen und zugleich die Raumnot an der Goldwiesenschule gemindert werden könnte.
"In der Zeppelinschule wäre dann kein Platz mehr für die Musikschule, für die die Verwaltung immer noch einen Standort sucht", sagt Haug. Als dritten Punkt fordert die Fraktion die Verwaltung auf, ein Konzept für die Betreuungseinrichtungen und der offenen Jugendarbeit vorzulegen sowie deren Zuschüsse durch die Stadt aufzuzeigen.
"Die zwei Anträge verdeutlichen doch, wie wichtig das Thema ist", so lautet das Fazit von Haugs Fraktionskollegin Judith Skudelny. "Ich denke schon, dass die Verwaltung nun etwas unternehmen muss." Das bestätigt Kulturbürgermeister Alexander Ludwig. "Ich beabsichtige, von der Schule ein konkretes Konzept zu bekommen, in dem der Raum- und der Personalbedarf aufgeführt sind", sagte er. Ludwig will ein transparentes Verfahren, bei dem alles genau geprüft werden soll. Ob das Konzept in der kommenden Sitzung des VKS auf der Tagesordnung steht? "Das kommt darauf an, ob die Schule bis dahin alles zusammen hat", so Ludwig. Viel Zeit bleiben der Stadt und der Schule freilich nicht. Damit die Zeppelinschule 2012 in den ersten Klassen mit dem Ganztagesbetrieb starten kann, muss die Antragsfrist bis Oktober eingehalten werden.