Stuttgart - Die meisten Schwäbisch-Zuschriften, für die wir uns an dieser Stelle erneut bedanken, erhalten wir aus dem Großraum Stuttgart und den umliegenden Landkreisen. Gelegentlich erreichen uns auch Briefe oder Mails aus anderen Teilen Deutschlands. Sie stammen meist von Schwaben, die es beruflich oder privat dorthin verschlagen hat. Seltener sind dagegen Zuschriften aus anderen Ländern. Sehr selten Einsendungen aus anderen Erdteilen – umso größer ist die Freude, wenn sich schwäbische Auswanderer zu unserer Rubrik melden. So geschehen diese Woche. Aus Saskatoon in Kanada erreichte uns ein Brief von Irmgard Litwin, den wir gerne wiedergeben:
„Zuerst möchte ich mich vorstellen: Ich bin eine Schwäbin, die vor fast 43 Jahren nach Kanada ausgewandert ist. Seit einem Jahr lese ich die Stuttgarter Nachrichten per Computer und tue dies mit Hochgenuss. Da zwischen uns acht Stunden Zeitunterschied sind, kann ich schon abends die Zeitung vom folgenden Tag lesen. Sie können sich nicht vorstellen, was das für mich bedeutet: Es ist eine Bindung mit der Heimat.
In Saskatoon wohnt noch eine 91-jährige Schwäbin, die aus Eislingen stammt, und der ich abends aus der Online-Zeitung vorlese. Wir unterhalten uns nur auf Schwäbisch. Auch die schwäbische Küche wird bei uns sehr gepflegt. Spätzle und Maultaschen stehen auf meinem Speisezettel. Und sollte ich mal einen Zweifel haben über die Zutaten, dann konsultiere ich mein Kiehnle-Kochbuch.
Einen speziellen Dank sende sich an Frau Doris Linder aus Leonberg für das erstklassige Rezept ,Guss für Mostkuchen‘. Schon einige Male habe ich danach gebacken und meine kanadischen Freude zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Die konnten nicht genug haben und schwärmten, wie gut ,the german baking‘ ist.
Auch in Kanada hat man schon von den sparsamen Schwaben gehört. Böse Zungen behaupten sogar, sie seien geizig, und vergleichen sie mit den Schotten. Ich wurde einmal von Nichtschwaben gefragt, ob ich weiß, woher die Schotten stammen. Meine Antwort war: von den Kelten und Wikingern. ,Nein‘, wurde ich belehrt: ,Das sind Schwaben, die wegen Verschwendungssucht ausgewiesen worden sind.‘ Viele Grüße.“ Der schwäbische Spruch des Wochenendes kommt Leser Manfred Kuhn aus Stuttgart-Münster. Er schreibt: „Wenn nix klappt hot, hot mei Chef emmer gsagt: ,Wo ne be isch nix – aber überall koa i doch net sei!‘“