Leser Erwin Gayer aus Nussdorf berichtet vom Brennholzsägen in früheren Zeiten: "Noch in den späten 1950er Jahren kam bei uns im Frühjahr der Brennholzsäger mit seiner selbstfahrenden Bandsäge vors Haus gefahren, um das dort lagernde, schön aufgeschichtete Buchen- oder Eichenholz zu spaltbaren Klötzen klein zu sägen.
Die Säge war eine urtümliche Maschine mit Dach. Ausgerüstet mit einem Einzylinder-Dieselmotor mit großem Schwungrad und offenem Wasserkühler, in den man hin und wieder mit der Gießkanne Wasser einfüllen musste. Der Sägetisch mit den beiden großen Rädern darüber und darunter, über die die Bandsäge lief, und der Fahrersitz mit den Bedienhebeln ergänzten das Ungetüm, das nicht schneller als Schritttempo fahren konnte.
Das Lenkrad mit senkrechter Lenksäule war abnehmbar und wurde auch zum Anwerfen des Dieselmotors gebraucht. Dazu wurde es in die Achse des Schwungrads gesteckt und mit einem oder mehreren kräftigen Schwüngen der Motor in Bewegung gesetzt.
Vor dem Sägen und währenddessen musste der Säger immer wieder den Sägetisch, eine große Eisenplatte, mit dem sogenannten Säunabel einfetten, damit die schweren Holzscheite auf dem Tisch besser rutschten. Was war nun der Säunabel? Ein sehr fettiger, etwa faustgroßer verhärteter Speckklumpen, der an einer etwa 40 cm langen Sehne an der Maschine hing. Da bei der Hausschlachtung vom Schwein fast alles verwertet wurde, bekam der Holzsäger den Teil vom Schwein, der für den menschlichen Verzehr nicht geeignet war - den Fäkalbereich mit Harnröhre. Das ergab nach der Trocknung den Säunabel.
Wenn der Holzsäger gut gelaunt war und es kam gerade eine schöne runde Buchenwelle auf den Sägetisch, so sägte er davon ein paar Scheiben ab, die bekamen wir Kinder dann als ,Rugel'. Damit ,rugelten' wir auf der Straße, warfen die Scheiben so, dass sie davonrollten, und wir rannten dann hinterher."
Da wir gerade bei Arbeitstechniken von früher sind, ein Nachtrag für handwerkliche Feinschmecker von Leser Georg Mayer aus Stuttgart zu den Ausführungen des "Norefahrens" vom 6. August: "Man dirigierte das Gespann teils mit dem Loitsoil, das vom Geschirr des Handgauls (linkes Tier) ausgeht. Das Loitsoil reicht bis zum Fuhrmann, der je nach Gegebenheit, etwas hinter den Zugtieren, neben dem Gespann herläuft oder auch aufsitzen kann. Das rechte Tier ist der Sattelgaul. Dessen Geschirr hat auch so was wie ein Loitsoil, ist etwas kürzer und wird rechts am Geschirr vom Handgaul befestigt, so dass der Sattelgaul vom Handgaul und dieser vom Fuhrmann geführt werden kann. Auch ist damit sichergestellt, dass der Sattelgaul schön brav neben dem Handgaul laufen muss."
Der Spruch des Wochenendes kommt von Leser G. Herrmann aus Stuttgart. "Mein Großvater hatte zwei Pferde, die er auch zu Arbeiten auf dem Acker einsetzte. Immer wenn er mit dem Gespann vom Hof fuhr, hinterließ er folgenden Spruch: ,Jo koin Domma an Deixel!"'
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