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Box-Skandal Verbände beraten über Sperre für Dereck Chisora

dpa, vom 20.02.2012 14:41 Uhr
Der britische Boxer Dereck Chisora sorgte auch nach dem Kampf gegen Vitali Klitschko für einen riesigen Skandal. Foto: dpa
Der britische Boxer Dereck Chisora sorgte auch nach dem Kampf gegen Vitali Klitschko für einen riesigen Skandal. Foto: dpa
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Hamburg - In Deutschland soll Gewalttäter Dereck Chisora nie mehr in einen Boxring steigen, weltweit droht ihm eine Sperre zumindest für ein Jahr. „Ich möchte diesen Mann nie mehr im Leben in einem deutschen Boxring sehen“, sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), am Montag. Das BDB-Präsidium will sich in den nächsten Tagen mit möglichen Sanktionen für Chisora wegen der Prügelei mit Landsmann David Haye nach seiner Niederlage gegen Vitali Klitschko beschäftigen. Pütz ist sich allerdings nicht sicher, ob juristische Bedenken das beabsichtigte Strafmaß des deutschen Verbandes torpedieren könnten. Eine lebenslange Sperre kann als Berufsverbot angefochten werden.

Strafe wurde mittlerweile auf 70.000 Dollar erhöht

Die zunächst auf 50.000 Dollar festgesetzte Strafe für Chisora ist laut BDB mittlerweile auf 70.000 Dollar erhöht worden. Dieser Teil von Chisoras 500.000-Dollar-Börse wurde mittlerweile einbehalten. Das Geld soll zu gleichen Teilen an gemeinnützige Einrichtungen und Stiftungen in Deutschland und des Weltboxverbandes WBC fließen.

Auch international werden Sanktionen gegen Schläger Chisora vorbereitet. Der 28 Jahre alte Londoner hatte sich Samstagnacht nach seiner Schlappe gegen WBC-Weltmeister Vitali Klitschko in München eine Schlägerei mit seinem Landsmann und früheren WBA-Weltmeister Haye geliefert. Deren Trainer waren ebenfalls beteiligt. Das Ganze geschah während der abschließenden Pressekonferenz in der Olympiahalle. Es gab Verletzte unter den Prügelnden.

Chisora drohte, Haye erschießen zu wollen

Chisora drohte, Haye erschießen zu wollen. Die Polizei hatte den gebürtigen Simbabwer am Münchner Flughafen festgenommen und drei Stunden verhört. Haye hatte schon früh am Morgen das Weite gesucht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der leichten Körperverletzung.

Der britische Verband British Boxing Board of Control (BBBofC) will eine Sondersitzung einberufen und über Sanktionen beraten. Hier ist eine einjährige Suspendierung im Gespräch. Die englischen Zeitungen äußerten Abscheu. „The Times“ schrieb von „Neandertalern“, laut „Daily Telegraph“ ist das „des Boxens dunkelster Tag“, der „Daily Star“ sieht „das britische Boxen in die Gosse gerissen“ und die „Daily Mail“ fordert: „Verbannt diese Gangster“. WBC-Präsident Jose Sulaiman kündigte an, Chisora mindestens für ein Jahr nicht mehr für Kämpfe zuzulassen, die vom WBC angesetzt werden.

Chisora gilt als gemeingefährlich

Strafen für Haye stehen derzeit nicht zu Debatte. Zwar wird dem Ex-Champion vorgeworfen, den ersten Schlag geführt zu haben. „Das kann man aber auch als Selbstschutz sehen. Schließlich kam Chisora vom Podium herunter, stieß dabei Drohungen aus und stürzte auf Haye zu“, sagte Pütz. Während Haye, der im vergangenen Jahr einen WM-Kampf gegen Wladimir Klitschko verlor, als berechnender Showman mit großer Klappe gilt, wird Chisora als gemeingefährlich eingestuft, der sich häufig nicht unter Kontrolle hat.

Haye besitzt zudem keine Boxlizenz mehr. Die hat er an seinem 31. Geburtstag im vergangenen Jahr abgegeben. Damit steht er nicht unter der Jurisdiktion des britischen Verbandes. In München war er als Co-Kommentator für einen britischen Fernsehsender und damit als Journalist bei der Pressekonferenz im Einsatz.

Pütz würdigte ausdrücklich das Verhalten der Klitschkos. „Die sind nicht nur Champions im, sondern auch außerhalb des Rings.“ Sowohl Vitali, der eine schallende Ohrfeige von Chisora erhielt, als auch Bruder Wladimir, dem der Engländer unmittelbar vor dem Kampf ins Gesicht spuckte, hielten sich trotz verständlicher Wut zurück und attackierten den Provokateur nicht. „Diese eiserne Selbstdisziplin ist bewundernswert“, sagte der BDB-Präsident. Er war von Chisora als „fucking german guy“ beschimpft worden.

Kommentare (3)
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FEB
22
09:16 Uhr, geschrieben von Simon
Blödsinn
@Chris. Was verzapfst du denn hier? Es ist ja wohl ein gewaltiger Unterschied ob sich Boxer im Ring mit festen Regeln, Handschuhen, Schiedsrichter und Ärzten vermöbeln oder ob sie das wie Straßenkämpfer auf der Presseveranstaltung machen. Wenn nicht gerade so Leute wie Chirosa im Ring stehen ist Boxen meistens ein sehr fairer Sport, zudem zumindest in der Vergangenheit ein sehr nobler Sport mit hohem Prestige und teilweise legendären Kämpfen. Wenns dir nicht gefällt, schaus dir nicht an und gut is. Warum allerdings Haye keine Strafe kriegt versteh ich nicht. Ok er hat keine Boxlizenz zur Zeit, na und? Schließlich war er es der ungefragt auf der Pressekonferenz gepöbelt hat, zudem hat er den ersten Schlag gesetzt.
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FEB
21
14:40 Uhr, geschrieben von Chris
Kranker "Sport"
Was ist das eigentlich für ein kranker "Sport"? Im Scheinwerferlicht, unter Promianwesenheit, mit Anheizer im Smoking, zur besten Sendezeit im Fernsehen, jau, dann ist sich verprügeln bis das Blut spritzt, akzeptiert und legitim (warum eigentlich?), wenn man sich aber genau so dann außerhalb des Rings aufführt, ist es schlecht, igitt, strafbar, etc. Wo leben wir eigentlich?
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FEB
20
19:14 Uhr, geschrieben von Henry Martin
Die einzig richtige Konsequenz: lebenslange Sperre
Chisora hat doch nicht alle Latten am Zaun! Da sieht man mal, was Schläge auf den Kopf verursachen können . . .
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