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"Botze-Konne" Die Lompa vom Rathaus

StN, vom 03.08.2011 09:01 Uhr
Aus bad Buchau am Federnsee stammte der "Botze-Konne", Konrad Botzenhardt Foto: Tourismus Oberschwaben
Aus bad Buchau am Federnsee stammte der "Botze-Konne", Konrad Botzenhardt Foto: Tourismus Oberschwaben
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Von Leserin Paula Schlimm aus Sindelfingen stammt diese Erinnerung aus ihrer Kindheit: "Wenn die Hausaufgaben gemacht und der ,Holzwinkel' aufgefüllt war, durften wir auf die Gass. Mit anderen Kindern Hausecken-Fange, Verstecken oder sonst was zu spielen war das Höchste für uns. In dieser Zeit lebte in Bad Buchau, damals Buchau am Federsee, ein Mann namens Konrad Botzenhardt. Von den Buchauern wurde er nur Botze-Konne genannt. Er war etwa 1,90 Meter groß, für uns ein Riese, aber gutmütig und täglich irgendwo im Städtchen zu treffen. Scharenweise rannten wir Kinder ihm nach, denn er hatte immer etwas zu erzählen, und er hat gerne gesungen - Volkslieder, Operetten und ,Lompaliedle'. Er war ein Schöngeist, doch leider auch dem Alkohol zugetan. Was oder ob er je gearbeitet hat, weiß ich nicht. Aber er wusste auf alles eine Antwort, und er hatte viel Geduld mit uns Naseweisen. Einmal fragte ihn ein Nachbarsjunge: ,Konne, warum hosch du so wenig Hoar?' Da grinste Konne und sagte: ,Woisch, a schees Gsicht braucht Platz!' Ein anderes Mal sagte er: ,S'Hoar isch a Sumpfpflanze und gedeiht nur uf Wasserköpf.'

Er schimpfte auch oft auf die ,Lompe em Rathaus'. Die zeigten ihn einmal wegen Beamtenbeleidigung an, und so musste er nach Riedlingen a/D auf das Amtsgericht. Dort hörte er sich alles an. Am Ende der ,Belehrung' stand Konne auf, ging zum Richtertisch, schaute dem Richter direkt in die Augen und sagte: ,Herr Richter, saget Sia amol, darf ma zu de Herra Lompa sage?' Der Richter antwortete energisch: ,Aber Herr Botzenhardt, deswegen verhandeln wir hier ja!' Da fragte Konne: ,Darf man dann zu Lompa Herra sage?' ,Ja, das ist nicht strafbar', sagte der Richter. Da setzte Konne seine Kappe auf und sagte verschmitzt: ,Also ade, Ihr Herra!' Die Verhandlung war öffentlich, deshalb wurde ihr Inhalt bekannt."

Leser Siegfried Fetzer merkt zu unserem gestrigen Kartoffelsalat-Beitrag an: "Ein Mann war beim sonntäglichen Frühschoppen, der sich allerdings bis um viere (16 Uhr) ausgedehnt hat. ,Dein Kartoffelsalat isch forzderogga', sagte er beim anschließenden Essen zu seiner Frau. Sie antwortete: ,Wärsch om zwelfe komma, do ischer seichnass gwäh!"'

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leser Albrecht Seitzer. Er schreibt: "Mein Vater und ich haben am Feldrand eine Kartoffelerntemaschine gesäubert, abgeschmiert usw., also für den unmittelbar bevorstehenden Einsatz hergerichtet. Ein vorbeikommender alter Bauer sah uns eine Weile dabei zu und sagte dann: ,Wann's g'stemmt isch, no isch au bald viel geigat."'

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 104452, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax: 0711/7205-7309; E-Mail: land@stn.zgs.de

Kommentare (1)
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AUG
07
18:43 Uhr, geschrieben von Stefan Haaf
Schwäbisch in Amerika
Vielen Dank für eure Serie, die hat sich inzwischen durch meine Schwester auch bis nach Charleston, South Carolina USA durchgeschlagen hat. Meine Anektode von unserem Vater ist wie folgend. Wenn wir uns als Kinder beim Vesper beschwerten dass das Brot hart sei, kam oft als Antwort: Hart isch wemmer koi Brot hat. Un wenn dr s net gfallt no kosch dei Brot glei mitem Dauma un Zeigefinger belega, no woisch was ih ket han wo ih jung wor.
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Der Einfluss der Nachbarn
Den französisch-schwäbischen Sprachbeziehungen widmen wir weitere Zeilen.
Warmer Honig auf Schwabenseelen
Einen schönen schwäbischen Reim hat uns Leser Bernd Sterrmann aus Leinfelden-Echterdingen geschickt.
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