Blautopf Höhlenwelt bleibt vorerst im Dunkeln

Von Hanna Spanhel 

Soll zur Schauhöhle für Touristen werden: Der Mörikedom in der Blauhöhle Foto: Andreas Kücha/Arge Blautopf
Soll zur Schauhöhle für Touristen werden: Der Mörikedom in der Blauhöhle Foto: Andreas Kücha/Arge Blautopf

Lange konnten nur Taucher in das gigantische Höhlensystem am Blautopf. Vor vier Jahren wurde ein oberirdischer Zugang gelegt – doch rein dürfen Touristen noch immer nicht

Blaubeuren - Viel geredet wurde in den vergangenen Jahren über den direkten Zugang zum unterirdischen Höhlensystem am Blautopf. Vor zwei Jahren hatte die Stadt prüfen lassen, ob die teils wassergefüllte Felsenhalle Mörikedom zur Schauhöhle für Touristen ausgebaut werden könne. 2012 lag dann die Machbarkeitsstudie vor, Experten gaben grünes Licht für die Erschließung. Seitdem hört man von den Plänen nicht mehr viel.

Hintergrund für die Initiative der Stadt war die Entdeckung des sogenannten Stairway to Heaven im Jahr 2008 gewesen. Bei einem Tauchgang hatte Andreas Kücha, Taucher der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Blautopf, am Ende des 30 Meter hohen Mörikedoms einen Tunnel entdeckt, der sich von der riesigen Felsenhalle aus bis knapp unter die Erdoberfläche nahe der Bundesstraße 28 erstreckt. 2010 legten die Forscher dann einen Schacht zu diesem neu entdeckten Höhlengang und machten damit die Unterwelt auch trockenen Fußes erreichbar.

„Nach der Erschließung des oberirdischen Zugangs war die Euphorie erst einmal groß“, sagt Markus Boldt vom Höhlenverein Blaubeuren. „Man dachte, man könne mit wenig Aufwand und Geld eine Schauhöhle aus dem Mörikedom machen.“ Der Gutachterbericht habe aber gezeigt, dass die nötigen Investitionen sehr hoch seien. Konkrete Ansätze, die schon bald zur Erschließung einer Schauhöhle führen könnten, gebe es daher derzeit nicht. Man lasse die Vorpläne noch von verschiedenen Fachbehörden prüfen, sagt Bürgermeister Jörg Seibold. Erst danach könne ein Zeitplan entworfen werden. Langfristig braucht es aber wohl einen privaten Investor, der den öffentlichen Zugang zum Mörikedom mitfinanzieren kann.

Der oberirdische Zugang in die Höhlenwelt bleibt also bisweilen vor allem für die Forscher eine Errungenschaft. 11,3 Kilometer unter der Erde sind mittlerweile erforscht – das macht die Blauhöhle zur drittlängsten Höhle Deutschlands. Zu erkunden bleibt aber noch viel – schaulustige Touristen wären dabei vermutlich nur im Weg.

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