Birenbach Obduktion nach Gleitschirm-Unfall

Gerhard Schertler, 14.03.2011 18:14 Uhr
Die Polizei steht nach dem tödlichen Absturz eines Gleitschirmpiloten vor einem Rätsel.  

Birenbach - Um die Ursachen für den tödlichen Absturz eines Gleitschirmfliegers zu ermitteln, hat die Staatsanwaltschaft Ulm auch eine Obduktion des Leichnams angeordnet. Die Ergebnisse der Untersuchung lagen am Montag noch nicht vor.

Zu dem Unfall des 39-jährigen Fliegers kam es am Sonntagmittag. Der Mann war bei Birenbach im Kreis Göppingen zu einem Übungsflug aufgebrochen. Nach Angaben der Polizei ist das Fluggerät aus rund 100 Metern Höhe abgestürzt, weil der Motor ausgesetzt hatte und der Gleitschirm zudem in ungünstige Windverhältnisse geraten war.

Zweite Gleitschirm-Absturz innerhalb einer Woche

Obwohl der Absturz über Notruf bei der Polizei gemeldet wurde und die Rettungskräfte kurz darauf an der Absturzstelle hinter dem Vereinsheim des TV Birenbach eintrafen, gab es für den 39-Jährigen keine Rettung mehr. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Piloten feststellen. Die Staatsanwaltschaft hat auch einen Sachverständigen für Flugwesen mit der Suche nach der Absturzursache beauftragt. Von diesem Experten gibt es ebenfalls noch kein Ergebnis. Die Göppinger Kriminalpolizei, die den Unfall bearbeitet, sucht weiterhin nach Augenzeugen, die den Absturz beobachten konnten. Sie sollen sich unter 07161/63-2050 bei der Polizei melden.

Der Gleitschirm-Unfall in Birenbach war bereits der zweite innerhalb einer Woche im Kreis Göppingen. Am vergangenen Mittwoch ist bei Donzdorf eine 49 Jahre alte Frau mit ihrem Fluggerät abgestürzt und hat mit viel Glück überlebt. Die Pilotin war mit Gleichgesinnten auf dem Flugplatz Messelberg über Donzdorf zu einem Rundflug gestartet. Während des Fluges geriet der Schirm der Frau in eine starke Windböe und klappte zusammen. Die Frau stürzte in einen Wald. Ihr Fluggerät verhedderte sich in einem Baum und blieb zusammen mit der Pilotin in 15 Metern Höhe hängen. Aus dieser misslichen Lage konnte sie von der Göppinger Bergwacht gerettet werden. Die Verunglückte kam mit dem Schrecken davon.

Mitte Juni vergangenen Jahres starben bei einem Flugzeugabsturz am wenige Kilometer entfernt gelegenen Reußenstein ein 81-jähriger Pilot eines Motorseglers und seine 34 Jahre alte Begleiterin. Der Pilot hatte bei schlechtem Wetter die Orientierung verloren.

 
 
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Kommentare (1)
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Kreuzschnabel Ist schon länger als 1 Jahr her
Was sollen denn solche sinnreichen Bildunterschriften wie „Gleitschrimfliegen kann gefährlich werden“? Schlittschuhlaufen und Radfahren können ebenso gefährlich werden (wissen Sie, wieviele Radfahrer jährlich in Deutschland schwer verunglücken? Und umgekehrt wie viele Gleitschirmflieger?), ohne daß jemand auf die Idee käme, es dazuzuschreiben. Woher kommt diese Tendenz, Leute, die in ihrer Freizeit fliegen, als besonders waghalsig herauszustellen? Die Unfallstatistiken sprechen dagegen, Flugunfälle sind insgesamt relativ selten.
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