Bio-Eier-Skandal Ermittlungen in acht Bundesländern

dpa, 26.02.2013 13:30 Uhr

Oldenburg - Im Skandal um Millionen falsch deklarierte Eier hat die Oldenburger Staatsanwaltschaft mehrere Fälle in sieben andere Bundesländer abgegeben. In welchem Umfang dort ermittelt werde, sei in Oldenburg aber nicht bekannt, sagte Oberstaatsanwältin Frauke Wilken am Dienstag.

In Baden-Württemberg wird nicht ermittelt

Betroffen seien neben Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern auch Thüringen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Millionen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung sowie Bio-Betrieben vor allem aus Niedersachsen sollen falsch deklariert in den Handel gelangt sein. Die Legehennen sollen in überfüllten Ställen nicht so gehalten und gefüttert worden sein, wie es für die Produktion von Bio-Eiern vorgeschrieben ist. Der Verband der niedersächsischen Geflügelwirtschaft lehnte eine Stellungnahme mit Hinweis auf die laufenden Verfahren und fehlende Informationen ab.

Der Vorsitzende des Bundestags-Verbraucherausschusses, Hans- Michael Goldmann (FDP), forderte eine schärfere Überwachung. "Wir benötigen intensivere und fachlich bessere Lebensmittelkontrollen", zitierte die "Passauer Neue Presse" den Politiker.

Der Berufsverband der Lebensmittekontrolleure forderte mehr Personal. Teils sei ein Prüfer für 1200 Betriebe zuständig. "Dadurch können wir nicht den spürbaren Überwachungsdruck auf die Branche ausüben, der notwendig wäre", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller, der "Welt". Statt der 2400 Prüfer bundesweit seien mindestens 4000 Kontrolleure nötig.

Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Eckehard Niemann, fürchtet um den guten Ruf der Bio-Bauern. "Unsere Sorge ist, dass es jetzt wieder heißt: Bio kann man auch nicht trauen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Jetzt müssen sich die Verbände deutlich von der Agrarindustrie distanzieren und entsprechende Betriebe ausschließen", forderte Niemann.

Ins Rollen gebracht hatte die Ermittlungen ein Zivilverfahren vor dem Osnabrücker Landgericht. Dabei war aufgefallen, dass ein Landwirt aus dem Emsland statt der im Biostall erlaubten 12.000 Junghennen 15.000 Tiere hielt. Das Gericht leitete die Akte an das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) weiter. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg übernahm schließlich die Ermittlungen.

 
 
Kommentare (2)
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentar schreiben
Anzeigen
FEB
27
rapouff, 16:47 Uhr

Es ist ein weit verbreiteter Irrglauben ...

daß 'Vegan' leben ein Allheilmittel ist. Wissenschaftlich bewiesen ist, daß der Mensch erst dann sein Gehirn auf die heutige Intelligenz entwickeln konnte, als er vom reinen Pflanzensammler ('Vegan') zum Jäger und Sammler wurde (auch bewiesen der jüngsten Versuche mit rein pflanzlicher Nahrung, welche in ca. 2 Jahren schwere Mangelerscheinungen hervorriefen - unser Gesundheitssystem trägts ja). Es ist also dringend notwendig, eine ausgewogene pflanzliche und tierische Nahrung für den Menschen sicher zu stellen. Die heutigen Auswüchse bezüglich der tierischen Nahrung betreffen fast zu 100 % die sogenannten modernen Industrienationen. Hier ist anzusetzen.

FEB
27
Yvi, 11:02 Uhr

Vegan leben ist konsequenter Tierschutz

Das Wort „Qualität“ steht mittlerweile auf fast jedem Produkt und damit sichert sich der Landwirt einen guten Absatz seiner Produkte. Qualitätsfleisch, Qualitätsmilch, Qualitätseier. Einzig und allein der Wortbaustein „Qual“ scheint hier immer zuzutreffen. Aber wir Verbraucher sind gutgläubig und denken, dass für die 30 Cent, die wir für ein Ei bezahlen, das Huhn ein angenehmes Leben führen kann. Die Landwirte interessieren aber weder die Gesundheit der Tiere noch die der Verbraucher. Die Behörden haben zu wenig Personal für Kontrollen und die Hemmschwelle, auf Kosten der Tiere das schnelle Geld zu machen, ist niedrig. Immer wieder zeigen Recherchen von PETA, wie zum Beispiel Hühner mit nur noch wenigen Federn am Körper in der Eierindustrie in überfüllten Ställen aneinandergepfercht werden. Oft schalten sich erst dann die zuständigen Behörden ein. Zu sehen ist das Video unter PETA.de/EierRecherche2012. Egal ob bio oder konventionell, ich lebe vegan, denn nur dann kann ich sicherstellen, dass für meinen Appetit kein Tier leiden musste.

  1. (Logout)
  2. Die Redaktion veröffentlicht ausgewählte Kommentare auch in der gedruckten Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten. Voraussetzung ist, dass der Beitrag mit Namen, Postanschrift und E-Mail (Adressen werden nicht veröffentlicht) vorliegt.
Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich.

Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.

Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.