Bio-Eier Auch Verbraucher im Südwesten getäuscht

Rainer Wehaus, 26.02.2013 12:00 Uhr
Die Behörden dürfen nicht die Namen der Produkte nennen, doch falsch deklarierte Bio- und Freilandeier sind sehr wahrscheinlich auch in Baden-Württemberg seit Jahren im Handel.

Stuttgart/Oldenburg - Offiziell hat der Skandal in Niedersachsen Baden-Württemberg noch nicht erreicht. Die Sprecherin des Stuttgarter Landwirtschaftsministeriums, Denise Burgert, wies allerdings auf Anfrage der Stuttgarter Nachrichten darauf hin, dass 70 Prozent aller Eier, die im Südwesten verspeist werden, aus Norddeutschland kommen.

Insbesondere Niedersachsen hat große Legefabriken mit mehr als 10.000 Hennen, wo in den letzten Jahren verstärkt auf das lukrative Bio-Verfahren umgestellt wurde. Laut Oldenburger Staatsanwaltschaft haben diese Betriebe aber „relativ flächendeckend“ mehr Tiere als erlaubt, so dass die für Bio- und Freilandeier nötige Auslauffläche von vier Quadratmetern pro Huhn unterschritten wird. Gegen 150 Betriebe wird dort ermittelt, hinzu kommen 50 weitere Betriebe in mehreren anderen Bundesländern.

Überforderte Behörden in Niedersachsen

Bislang gibt es laut Landwirtschaftsministerium keine Hinweise darauf, dass auch Betriebe in Baden-Württemberg betrogen haben, wo die Massentierhaltung nicht so verbreitet ist. Von den 990 Eier-Betrieben im Land hätten die meisten weniger als 3000 Hennen, so die Sprecherin. Jeder Betrieb werde im Schnitt einmal im Jahr unter anderem daraufhin kontrolliert, ob er die Vorgaben für Freiland und Bio einhalte. Die Behörden in Niedersachsen scheinen damit angesichts der Größe der Betriebe überfordert. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner kritisierte, dass die Kontrollen „nicht nur vom Schreibtisch aus“ stattfinden dürften.

Welche Betriebe konkret betroffen sind, ist nicht bekannt. Die Behörden dürften leider nur bei Verbrauchergefährdung, nicht aber bei Verbrauchertäuschung warnen, so Burgert. Man habe schon mehrfach den Bund aufgefordert, dies zu ändern.

Zugleich werden Lebensmittelkontrolleure des Landes in den nächsten Tagen verstärkt die Köttbullar-Fleischklößchen von Ikea unter die Lupe nehmen. Es besteht der Verdacht, dass Pferdefleisch drin ist.

 
 
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Kommentare (15)
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DonCarlos Ist schon länger als 1 Jahr her
Liebe Verganerin, Sie widersprechen sich. 'Vegan leben macht nicht krank.' Doch andererseits sagen Sie 'Es macht nicht alt.' Da freut sich unser Rentensystem. --- Lieber mit Genuss 70 als ohne 80.
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Tempo Ist schon länger als 1 Jahr her
Vegan macht definitiv krank! Mangelerscheinungen ..... .
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Ein Oi Ist schon länger als 1 Jahr her
Lieber S21 dann weiß ich das es Gut ist .
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Wahlbürger Ist schon länger als 1 Jahr her
Verbrauchertäuschung ist ein uraltes Geschäftsmodell und nicht auszurotten. Denn jeder will leben und das möglichst gut und auch besser als der Nachbar. Es wird auch dort hart gearbeitet - an der Zerstörung der Grundlagen eines funktionierenden Gemeinwesens. Nur früher gab es da drastischere Strafen: die Bäckertaufe im Mittelalter zum Beispiel für zu kleine Brötchen, in der Antike auch Arbeit im Steinbruch für den Rest des Lebens mit einer Überlebenszeit von wenigen Jahren. Heute ist das ein Kavaliersdelikt, wo man nach jeder Lücke schaut, um beim Betrug noch besser zu sein als der Konkurrent und um noch mehr Geld zu verdienen. Nach dem Stern muss der Panamera vor der Wohnhöhle dieser Neandertaler stehen . Midestens. Weil inzwischen so gut wie alles so läuft in dieser Gesellschaft der Chancennutzer, sind die Täter auch irgendwie immer die Opfer ihrer Taten. Bis dahin leben sie aber gut von ihrem Betrug und auch darüber hinaus. Und das sollte vom Gesetz her anders geregelt sein. Wenn man das Rechtliche betrachtet, dann muss man zumindest durch Kontrollen den Betrug verfolgen. Und wenn betrogen worden ist dann sollte rechtlich völlig Ok sein, die Quelle(n) öffentlich zu benennen. Und ein Gesetz zu machen, dass einen betrügerischen Betrieb ein für alle mal vom Biomarkt ausschliesst. Das darf doch nicht so schwer sein. Aber selbst nach dem Birkelskandal vor nunmehr Jahrzehnten ist die rechtliche Lage für die Behörden selbst im gesundheitlichen Gefährdungsfall in meinen Augen immer noch unbefriedigend geklärt. Zitat aus der Zeit: 'Wird der Verbraucherschutz als Folge des Birkel-Prozesses ganz allgemein einen Rückschlag erleiden? Dies kann niemand wünschen, da wir ja alle Verbraucher sind – auch die Hersteller. Deshalb müssen die Behörden „verhältnismäßig“ handeln, Kompetenzen und Sorgfaltspflichten ernst nehmen und Grundrechte wahren – das schulden sie den Unternehmen. Aber sie dürfen sich nicht durch die Angst vor möglichen Ersatzansprüchen allen Schneid abkaufen lassen – das verlangen die Verbraucher, deren Grundrechte ebenfalls auf dem Spiel stehen. Ein klärendes Wort der Rechtsprechung wäre wünschenswert. Solange es daran fehlt, sollten sich die Behörden aber nicht von Warnrufen abhalten lassen, wenn sie nach gewissenhafter Prüfung hinreichenden Grund dafür sehen, meint die Justitiarin der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände, Gabriele Erkelenz – auch auf die Gefahr hin, daß die Hersteller später zur Kasse bitten.. „Wenn die Behörden wirklich danebenhauen, muß der Staat halt den Schaden wiedergutmachen“, so der Münchner Rechtsanwalt Professor Walter Löwe. „Dann muß die Allgemeinheit dafür geradestehen, daß sie geschützt werden sollte.“ l.c. http://www.zeit.de/1989/11/vorkoster-leben-gefaehrlich/seite-3 Unter den Betrügereien jetzt geht es nicht mehr an, dass nur bei Gesundheitsgefahren seitens der Behörden gewarnt werden darf, mit den oben im Zeit-Artikel beschriebenen Risiken für die Behörden und damit den Steuerzahler: 'Seit September 2005 ist im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch genau geregelt, wann die Behörden Namen nennen dürfen. 'Wenn wir grundsätzlich schwerwiegende Gesundheitsgefahren haben, können wir informieren', erklärt Donald Jesse-Allgöwer vom baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium. ' lc. http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1016187_0_9223_-vor-20-jahren-der-schwaebische-fluessigei-skandal.html Das Geld aus Lebensmittelbetrügereien die durchaus für sensiblere Zeitgenossen Gesundheitsgefährdungen auslösen können muss durch gesetzliche Strafen so sauer aufstossen, dass die Existenz in diesem Markt für immer ruiniert ist. Wäre so meine Meinung. Nur, wer firmiert heute so als Gesetzgeber oder hat es bis vor kurzem in Niedersachsen getan? Unter Wulff berufen, unter McAllister dann entlassen: http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Landwirtschaftsministerin-Grotelueschen-denkt-nicht-an-Ruecktritt Sieht es auf Bundesebene anders aus mit einem Rösler, der das 'umweltverträgliche' Fracking wünscht? Wie ist das, wenn das Volk überall den Bock zum Gärtner wählt und diesen noch dafür dicke bezahlt? Haben wir etwas anderes verdient?
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Georg Schmidt Ist schon länger als 1 Jahr her
Sie haben etwas wichtiges vergessen. Erklären sie doch mal wie größere Mengen an an pflanzlichen Nahrungsmitteln ohne Düngung produziert werden. Da dies nicht funktioniert und sie 'Kunstdünger' mit Sicherheit ablehnen sind sie auch als Veganerin auf die Terehaltung angewiessen. Wo nichts schei..t gibts auch keinen Mist.
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