Bio-Eier Auch Verbraucher im Südwesten getäuscht

Von Rainer Wehaus 

Der Großteil des hiesigen Bedarfs  an Eiern wird aus   Norddeutschland gedeckt. Verbraucherministerin Aigner kritisiert Niedersachsen. Foto: dpa
Der Großteil des hiesigen Bedarfs an Eiern wird aus Norddeutschland gedeckt. Verbraucherministerin Aigner kritisiert Niedersachsen.Foto: dpa

Die Behörden dürfen nicht die Namen der Produkte nennen, doch falsch deklarierte Bio- und Freilandeier sind sehr wahrscheinlich auch in Baden-Württemberg seit Jahren im Handel.

Stuttgart/Oldenburg - Offiziell hat der Skandal in Niedersachsen Baden-Württemberg noch nicht erreicht. Die Sprecherin des Stuttgarter Landwirtschaftsministeriums, Denise Burgert, wies allerdings auf Anfrage der Stuttgarter Nachrichten darauf hin, dass 70 Prozent aller Eier, die im Südwesten verspeist werden, aus Norddeutschland kommen.

Insbesondere Niedersachsen hat große Legefabriken mit mehr als 10.000 Hennen, wo in den letzten Jahren verstärkt auf das lukrative Bio-Verfahren umgestellt wurde. Laut Oldenburger Staatsanwaltschaft haben diese Betriebe aber „relativ flächendeckend“ mehr Tiere als erlaubt, so dass die für Bio- und Freilandeier nötige Auslauffläche von vier Quadratmetern pro Huhn unterschritten wird. Gegen 150 Betriebe wird dort ermittelt, hinzu kommen 50 weitere Betriebe in mehreren anderen Bundesländern.

Überforderte Behörden in Niedersachsen

Bislang gibt es laut Landwirtschaftsministerium keine Hinweise darauf, dass auch Betriebe in Baden-Württemberg betrogen haben, wo die Massentierhaltung nicht so verbreitet ist. Von den 990 Eier-Betrieben im Land hätten die meisten weniger als 3000 Hennen, so die Sprecherin. Jeder Betrieb werde im Schnitt einmal im Jahr unter anderem daraufhin kontrolliert, ob er die Vorgaben für Freiland und Bio einhalte. Die Behörden in Niedersachsen scheinen damit angesichts der Größe der Betriebe überfordert. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner kritisierte, dass die Kontrollen „nicht nur vom Schreibtisch aus“ stattfinden dürften.

Welche Betriebe konkret betroffen sind, ist nicht bekannt. Die Behörden dürften leider nur bei Verbrauchergefährdung, nicht aber bei Verbrauchertäuschung warnen, so Burgert. Man habe schon mehrfach den Bund aufgefordert, dies zu ändern.

Zugleich werden Lebensmittelkontrolleure des Landes in den nächsten Tagen verstärkt die Köttbullar-Fleischklößchen von Ikea unter die Lupe nehmen. Es besteht der Verdacht, dass Pferdefleisch drin ist.

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