Die Lage ist verzwickt: Die Ortsmitte soll verschönert werden, mit Wassserspielen, Treppen, Bänken und Beeten, es soll ein neuer Supermarkt her und Neubauten mit Praxen und Wohnungen. Doch die Grundstücke am Freihofplatz gehören nicht der Stadt, was es einfacher machen würde, sie gehören mehr als 20 privaten Eigentümern. Und von denen will nicht jeder verkaufen (die Nord-Rundschau berichtete). Bislang zumindest.
Weil es aber den politischen Willen gibt, den Freihofplatz zu verschönern, haben sich Bürger, aber auch die Mitarbeiter des Amtes für Stadtplanung und Stadterneuerung Gedanken gemacht, wie man den Platz schrittweise umgestalten könnte. Mindestvoraussetzung wäre hierfür, dass sich der Eigentümer des ehemaligen Post-Gebäudes von seiner Immobilie, einem sehr großen Gebäude, trennt. Dadurch wäre eine so genannte kleine Lösung machbar. Die Bezirksbeiräte und Wirtschaftsförderer hoffen jedoch, dass möglichst alle Eigentümer der betroffenen Grundstücke einem Verkauf zustimmen. Mehr Grundstücke bedeuten mehr Wohnungen und Geschäfte, vor allem aber mehr Gestaltungsspielraum und am Ende idealerweise auch einen schöneren Freihofplatz.
Im September hatten sich die Politiker schon mit möglichen Entwürfen auseinandergesetzt und die Frage aufgeworfen, ob man nicht einfach erst die kleine Variante umsetzt und danach, falls alle nötigen Grundstücke erworben werden können, die große Lösung folgen lässt. Theoretisch wäre das möglich. Das Problem aber sind die Kosten für die Tiefgaragen. Ein Investor müsste schon beim Bau der kleinen Variante die Voraussetzungen für so viele Tiefgaragen schaffen, wie er später bei der großen Variante benötigt. Ein Risiko für jeden Bauherren, solange er nicht weiß, ob er sich alle Grundstücke sichern kann .
Die Bezirksbeiräte haben sich daher darauf verständigt, dass die Wirtschaftsförderung in den kommenden sechs Monaten nach einem Investor suchen soll, der sich vorstellen kann, eine große Lösung umzusetzen. Sollte sich keiner finden, werde die Stadt beauftragt, die kleinere Lösung weiterzuverfolgen.
Gabriele Hübner von der städtischen Wirtschaftsförderung erklärte: "Wir sind schon dabei, einen zu suchen, aber ich möchte Ihnen wegen der kleinteiligen Grundstückssituation nicht zu viele Hoffnungen machen."