Das Ziel ist es, dass möglichst viele Kilometer im Alltag auf dem Drahtesel zurückgelegt werden. Mit dem Stadtradeln will der Verein Klimabündnis bundesweit das Image des "Null-Emissions-Fahrzeugs" Fahrrad verbessern. Deshalb sollen viele Städte daran teilnehmen.
Filderstadt ist in diesem Jahr die 50. Kommune, die sich an der Aktion beteiligt. Damit ist die Resonanz größer als im vergangenen Jahr, als 35 Städte und Gemeinden mitmachten. In Filderstadt läuft die Aktion vom 20. September bis zum 10. Oktober. Dann sind die teilnehmenden Teams gefordert, möglichst viele Kilometer zu erstrampeln. Neu ist in diesem Jahr, dass die Kapitäne der Gruppen nicht aus dem Gemeinderat oder der Verwaltung kommen müssen. "Deshalb können nun auch Teams aus Firmen, Vereinen oder Schulen teilnehmen", sagt Jürgen Lenz vom "Radhaus" Filderstadt, der die Aktion koordiniert. Es gebe bereits eine Zusage vom Radelspaß ab 60. Ein Team besteht aus mindestens fünf Teilnehmern.
Diese Voraussetzung gilt für die Fraktionen allerdings nicht. Sie können auch mit weniger Stadträten ein Team bilden. Die Gruppenstärke ist beim Wettkampf um die meisten Kilometer sowieso nicht entscheidend. Es wird die Pro-Kopf-Leistung der Teams bewertet. Jürgen Lenz hofft, dass sich auch dieses Jahr viele Stadträte beteiligen. 2008 war immerhin fast die Hälfte des Gemeinderats mit von der Partie.
Es sei wichtig, dass die Kommunalpolitiker mitmachen, erklärt Lenz. Dadurch könne ihr Bewusstsein für die Sorgen der Radfahrer in der Stadt geschärft werden. "Es ist etwas anderes, wenn man die Probleme mit dem Rad erfährt, oder durch die Windschutzscheiben-Perspektive sieht", sagt er. Es gebe zwar eine gute Grundstruktur für Radfahrer. Schwachstellen müssten jedoch ausgemerzt werden. Lenz denkt dabei auch an den Ortseingang von Harthausen. Die bisher versuchsweise angelegte Radspur bei der Linde könne nur erhalten werden, wenn die Autos weiterhin um den Baum herumfahren. Ein Grundproblem für Radfahrer sei in Filderstadt, dass sie in den Ortszentren aus Platzmangel auf der Straße fahren müssen. Deshalb sei dort Tempo 30 erstrebenswert. In Plattenhardt sei dies bereits realisiert. Für Bernhausen hofft Lenz, dass möglichst bald die Ortsdurchfahrt umgewidmet wird, damit auch dort Tempo 30 eingeführt werden kann.