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Betreiber hoffen Doch noch Chancen für die Röhre?

Christian Ignatzi, vom 11.01.2012 18:39 Uhr
  Foto: Leif-Hendrik Piechowski
  Foto: Leif-Hendrik Piechowski
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Stuttgart - Am Sonntag findet das letzte Konzert in der Stuttgarter Rock-Discothek Die Röhre statt. Der Vorplatz des Clubs wird vom kommenden Montag an Teil des Bauvorfeldes des Verkehrs- und Städtebauprojekts Stuttgart 21. Ein gesicherter Zugang zur Röhre als ­Konzertbühne sei deshalb „aus sicherheits- und haftungsrechtlichen Gründen nicht möglich“, wie Markus Vogt, Sprecher der Stadt Stuttgart, sagt.

Hier geht's zu einer ausführlichen Röhre-Fotostrecke

Die Betreiber der Röhre werfen der Bahn als Bauherr von Stuttgart 21 und der Stadt ­Stuttgart als Projektpartner dagegen Ortsunkenntnis vor. Derweil laufen die Bemühungen, die Röhre-Konzerte zu verlegen, auf Hochtouren. Wichtig ist dies vor allem für die vielen Nachwuchsbands, die auf ihrer ersten Tournee in Stuttgart haltmachen wollen und jetzt keine passende Konzerthalle mehr haben.

30 Konzerte sind in der Röhre bis zum 25. Juni geplant gewesen. Darunter Szenegrößen wie die Emil Bulls oder Prinz Pi. Solche Konzerte ­werden ins LKA Longhorn in Stuttgart-Wangen verlegt. Unbekanntere Musiker wie The Dynamics und Down Below müssen in kleinere Clubs wie den Kellerklub oder das Universum ausweichen. „Unsere Veranstaltungen konnten wir alle in anderen Hallen unter­bringen“, sagt Arnulf Woock, Sprecher der Veranstalter Musiccircus und SKS Russ. „Von diesem Donnerstag an stehen auf unseren Webseiten die neuen Termine.“ Das Konzert der Band D-A-D, das die Röhre alleine geplant hat, wird in der Ludwigsburger Rockfabrik stattfinden. „Durch so etwas entstehen uns natürlich hohe Mietkosten. Ausfallen werden aber höchstens ein bis zwei Konzerte“, sagt Röhre-Mitbetreiber Jan Drusche.

SPD setzt sich für neue Gespräche ein

Die SPD-Gemeinderatsfraktion will sich mit der Situation nicht abfinden. In einem Antrag wird gefordert, „Klarheit für die Röhre“ zu schaffen. Ziel ist es, dass das Kulturreferat sich mit den Veranstaltern zusammensetzt, „um Lösungen zu finden ­beziehungsweise bei der Verlegung der Spielorte behilflich zu sein“. „Wir haben im Internet gesehen, dass es noch viele Konzerte gibt, die bisher keinen neuen Veranstaltungsplatz gefunden haben“, sagt SPD-Stadträtin Monika Wüst unserer Zeitung. Und: „Deshalb haben wir einen Hilferuf an die Verwaltung ­gesendet.“

Die Stadt, so Wüst, müsse noch einmal mit der Bahn reden, ob es nicht doch möglich sei, einen Zugang freizulassen, ­damit die Röhre-Betreiber weitere Zeit bekämen. „Darüber hinaus kann die Stadt ­Hilfe bei der Suche nach einem neuen Standort für die Röhre anbieten“, sagt Wüst und sieht eine Chance, die Wirtschaftsförderung mit ins Boot zu holen. „Deren Leiterin Ines Aufrecht war unheimlich aktiv bei der Suche für neue Räume der Kulturschaffenden in der ehemaligen Bahndirektion“, sagt Wüst. Die Stadt solle sich noch einmal mit dem Ambo-Kino als Standort beschäftigen. „Vielleicht sind auch die Wagenhallen geeignet.“

Betreiber gehen von langem Leerstand der Röhre aus

Röhre-Mitbetreiber ­Peter Reinhardt sieht gar noch Chancen für die Röhre selbst. „Da die Tunnelbohrplanungen sich eventuell noch ändern, gehe ich davon aus, dass die Röhre für die Baustelle erst in einigen Monaten, wenn nicht sogar Jahren gebraucht wird.“

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Kommentare (3)
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JAN
23
12:21 Uhr, geschrieben von Mediator
@Meiner einer
Lassen wir uns bitte nicht auf das Gegner-Befürworter Niveau ab. Es gibt kein Gut oder Böse bei Großprojekten. Eine Diskussion ist eine Untersuchung der Tatsachen und sollte unvoreingenommen erfolgen und unbedingt möglich sein. Sie waren oft in der Röhre, d.h. Sie wissen um den Wert eines Konzertraumes für Nachwuchsbands. Es scheint um einiges schwerer einen Konzertraum als eine Wohnung zu finden, ohne dafür sehr viel Geld bezahlen zu müssen und damit Nachwuchsbands nicht mehr zulassen zu können. Wir sollten diese Kultur unterstützen und alles versuchen diese zu erhalten! Ein Neuanfang ist meiner Ansicht gar nicht nötig wenn es gut läuft- bei so vielen Bauarbeitern vor Ort wird der Club bestimmt auch dann neue Besucher bekommen:) Viel mehr fragt man sich jedoch wer hier Stimmung macht, denn warum kann der Zugang zum Notausgang genutzt und der Zugang zur Röhre 5m daneben nicht erfolgen? Die Hoffnung der Veranstalter war bestimmt der Erhalt des Clubs denn bis heute sind mir die Gründe wie oben beschrieben extrem zweifelhaft, oder? Ich freue mich über eine Antwort!
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JAN
12
11:52 Uhr, geschrieben von Parkschlumpf
Schließung der Röhre
Die Röhre ist eine bundesdeutsche Institution der Subkultur. Es zeigt sich eben diese hier herrschende Betonmentalität am deutlichsten, wenn sie geschlossen werden soll. Aus reiner Willkürlichkeit, wie es die Stadt Stuttgart deutlich vernehmen liess. Anscheinend ist es der Stadtverwaltung und der DB nicht klar, dass es bei S21 nicht um eine Müllverbrennungsanlage geht, die keiner haben will, sondern um ein Infrastrukturprojekt, das von den Bürgern angenommen und genutzt werden soll. Dafür sollte die Einschränkungen für Mensch und Natur so gering wie möglich gehalten werden. Aber die Bahn und Stadt haben ja überhaupt keine Konzepte und Planungen wie dies umgesetzt werden kann. Stattdessen kommt es zu einem Gewurstel ohnegleichen. Was ist eigentlich, wenn der neue Bahnhof steht, und kein Stuttgarter ihn frequentiert und lieber bequem Daimler fährt... Man stellt so ein Ding hin, und der Fahrgast soll dann gezwungenermassen es dann nutzen. Hallo, wir leben im 21. Jahrhundert und nicht in der Steinzeit.
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JAN
12
08:32 Uhr, geschrieben von Meiner einer
@Betreiber der Röhre
...ihr macht es euch schon sehr leicht!!! Plant einfach Konzerte ein, obwohl ihr überhaupt nicht sicher wusstet, dass er nicht schon vorher raus müsst! Das hat doch ein Gschmäckle, sowohl wir alle wissen, dass ihr bekennende GEGNER von S21 seit!! Will man hier mal wieder STimmung machen? Sehts doch als neuanfang!! Und natürlich müsst ihr auch selber suchen! Mir sucht auch keiner ne neue Wohnung. Übrigends bin ich früher sehr viel in die Röhre gegangen!!
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