Mit seiner rechten Hand umschließt Marin Deiß das blaue Hufeisen. Bevor er es wirft, muss er ordentlich Kraft sammeln, schließlich wollen pro Eisen 1100 Gramm durch die Luft gewirbelt werden. Der Achtjährige holt mit dem Arm nach hinten aus, so als wolle er eine Bowling-Kugel werfen. Dann lässt er los. Das Metall fliegt so schnell durch die Luft, dass das Auge kaum folgen kann, und kommt erst an eine Stange gelehnt zum Stehen. "Jawohl, das sind stolze zwei von maximal drei möglichen Punkten. Wirklich klasse hast du das gemacht", sagt Franz Rappl.
Der Mann, der mit seinem Cowboyhut aussieht, als sei er einem Western entsprungen, ist Mitglied im Country Club Buffalos. Seinen Hufeisenplatz hat der Stettener Verein neben der Schützengilde. Und dort, unter Bäumen, wollten die Countryfreunde am Samstagmittag rund zehn Kinder ins Hufeisenwerfen einführen. Dafür verfügt der Verein über vier Spielfelder. Die sind mit Sand aufgefüllt, und in ihrer Mitte steckt eine Eisenstange. "Die gilt es zu treffen. Und zwar im optimalen Fall so, dass das Hufeisen die Stange umschließt", sagt Franz Rappl. Hufeisenwerfen sei längst kein Spiel mehr, das nur in Amerika von Interesse sei. "Seit 1995 finden bei uns jährlich deutsche Meisterschaften statt", sagt er.
Tim Ehmann wird nicht müde, mit den gebogenen Eisen in Richtung Stange zu zielen. Der Schüler will schließlich gut abschneiden beim Cowboy-Wettkampf, den Jungs und Mädels gemeinsam bestreiten. Während einer wirft, halten sich die anderen Kinder in sicherem Abstand auf. Ein wichtiger Aspekt bei der Sportart, die sowohl nach deutschen als auch nach amerikanischen Regeln gespielt werden kann. Und wer sind nun bei so einer Cowboy-Disziplin die Besseren - die Jungs oder die Mädels?
Für die vier Freundinnen Julia Brandt, Jennifer Alexander und Lea sowie Lara Großmann eine eher obligatorische Frage: "Wir Mädels können das natürlich tausend Mal besser als die Jungs", sagen sie wie aus einem Munde.