Bestätigung von Porsche SE Porsche, Piëch und Co. im Visier der Ermittler

dpa/lsw, 12.02.2013 09:53 Uhr
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt nun auch gegen den kompletten früheren Aufsichtsrat der Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE. Damit geraten auch so prominente Namen wie Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche ins Visier der Ermittler.

Stuttgart - Der Wirtschaftskrimi um die Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und Porsche erfasst nun auch den kompletten früheren Aufsichtsrat der Porsche-Dachgesellschaft PSE. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen alle Mitglieder des Gremiums, die zur heißen Phase des Machtkampfes 2008/2009 als Kontrolleure der PSE beteiligt waren. Das sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Dienstag in Stuttgart. Grund sei der Verdacht auf Beihilfe zur Marktmanipulation, mit der Anleger womöglich getäuscht worden seien. Damit bestätigten sich entsprechende Informationen von „Spiegel Online“.

Namen nannte der Behördensprecher zwar nicht, er betonte jedoch, dass kein Aufsichtsratsmitglied ausgenommen sei. Wie die PSE auf Anfrage bestätigte, und wie aus dem damaligen Geschäftsbericht hervorgeht, sind unter den Betroffenen auch VW-Patriarch Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche.

Auch Betriebsrat Hück gehörte Aufsichtsrat an

Laut Geschäftsbericht mit Stand Ende Juli 2008 gehörten damals außerdem Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück dazu sowie Hans Baur, Ulrich Lehner, Wolfgang Leimgruber, Hans Michel Piëch, Ferdinand Oliver Porsche, Hans-Peter Porsche, Hansjörg Schmierer, Walter Uhl und Werner Weresch. Zudem nimmt die Behörde einen weiteren damaligen Porsche-Manager ins Visier: Auch gegen den Ex-Unternehmenssprecher Anton Hunger wird wegen desselben Verdachts ermittelt, wie Hunger bereits am Montag bestätigt hatte.

Hintergrund ist der spektakulär gescheiterte Versuch von Porsche, die Macht beim wesentlich größeren VW-Konzern zu übernehmen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass damals Anleger und Finanzwelt gezielt hinters Licht geführt wurden, als 2008/2009 die heiße Phase der Übernahmeschlacht tobte. In diesem Zusammenhang laufen bereits Klagen gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und den Ex-Finanzvorstand Holger Härter. Gegen letzteren war zudem bereits im vergangenen September ein Prozess wegen Kreditbetrugs gestartet. Das Verfahren läuft noch.

 
 
Kommentare (2)
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Zuffenhäuser Ist schon länger als 1 Jahr her
So mancher Beutezug geht daneben, und der Schuss mach hinten los, und jetzt schneiden sich die Niedersachsen die Filetstücke aus der einstigen 'cash cow' der Landeshauptstadt. Was für ein toller Erfolg. ____________________________________________________________________________________ Na ja, ich hoffe die Aufsichtsräte der Bahn schauen genau hin, dann wär' das Debakel wenigstens zu etwas gut gewesen!
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Albert Seitzer Ist schon länger als 1 Jahr her
unser Rechtssystem funktioniert anscheinend doch noch ein wenig. Aus Sicht Baden-Württembergs sind es Landesverräter. Ohne Not, allein aus verbrecherischer Gier und asozialer Einstellung haben sie Porsche nach Niedersachsen verscherbelt. Gute Produkte, hervorragende Mitarbeiter und satte Gewinne und dann das. Ein heimatloses Management ohne Anstand.
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