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Besser essen Lockere Knödel im Grenzgebiet

Gerhard Schertler, vom 28.01.2012 05:42 Uhr
Bilder zieren die Bilder im Mohren Foto: privat
Bilder zieren die Bilder im Mohren Foto: privat
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Leutkirch - Im Speisesalon der Brauereigaststätte Mohren in Leutkirch hängen Reproduktionen der Hochgebirgsimpressionen des Schweizer Künstlers Giovanni Segantini. Die Motive der Bergwelt rund um St. Moritz erfreuen nicht die Gäste. Sie stehen sinnbildlich auch für das Gastronomieverständnis von Christine und Manfred Pferdt, die seit vielen Jahren den Gasthof der Leutkircher Brauerei Clemens Härle betreiben. Natur und Natürlichkeit stehen an erster Stelle. Von der Heizung über das Schnitzel bis zum Bier oder den Säften vom Bodensee, alles ist bio und öko.

Wie die benachbarte Brauerei arbeitet auch der Gasthof klimaneutral. Das heißt die Energie, die in dem langgestreckten Gebäude verbraucht wird, stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Manfred Pferdt achtet genau darauf, woher Ökostrom und -gas stammen. Aus Mais gewonnene Energie lehnt er ab. "Die Maisfelder, die für die Energiegewinnung angelegt werden, verändern die Allgäulandschaft zum Negativen", ärgert sich der Gastwirt.

Natürlich ist der verstärkte Maisanbau auf den einst grünen Allgäuwiesen darauf zurückzuführen, dass mit der ausschließlichen Produktion von Milch kein Bauernhof mehr überleben kann. Es gibt aber auch andere, verträglichere Maßnahmen zur Rettung der Allgäuhöfe. Die Zucht von Rindern beispielsweise, die hervorragendes Fleisch für die Gastronomie und ausgewählte Supermärkte liefern. Rostbraten, Gulasch, Bratenstücke oder Siedfleisch vom Prima Rind, so die Markenbezeichnung dieser Allgäuer Spezialität, verwendet auch Manfred Pferdt. Der Rostbraten vom Prima Rind (16,80 Euro) mit knusprigen Bratkartoffeln oder bissfesten Spätzle mit einem nicht gebundenen Bratensaft schmeckt einmalig.

Das Lob der Gästeschar ist dem Mohren-Wirt jedes Mal sicher, wenn er seinen Schweinebraten (9,80 Euro) aus dem Ofen serviert: Eine gelungene Kombination aus Fleisch, Soße, lockeren Semmelknödeln und einem formidablen Kartoffelsalat.

"Wir bemühen uns um eine ehrliche, bodenständige Küche mit regionalen Produkten", beschreibt der Leutkircher Gastronom sein Konzept. Dass diese auch aufwendig sein kann, beweist die Brauerpfanne (14,80 Euro) - ein Arrangement aus gebratenem Schweinerücken, knusprigem Speck, Allgäuer Krautkrapfen und Bubaspitzle (Schupfnudeln). Keine Lust auf Fleisch? Die Kässpätzle (9,80 Euro) originell serviert in der Käsegepse (ein Holzgefäß), erst recht die aromatischen Krautkrapfen in der überbackenen Version, Salat- und Knödelvariationen erfüllen viele Wünsche.

Die Mohren-Küche ist nicht nur regional, sondern auch saisonal geprägt. Jetzt Ende Januar/Anfang Februar sind im Mohren Schlachtfeste angesagt. Pferdt serviert dabei auch ungewöhnliche Speisen von 150 Kilo schweren Biosäuen. Dann gibt's bald den Spargel aus Schrobenhausen und danach Pilze und Wild aus den nahe gelegenen Wäldern.

Das Bier im Mohren kommt natürlich aus der benachbarten Brauerei Clemens Härle. Das Haus hat sich ebenfalls der Öko- und Bioschiene verschrieben und dafür schon manchen Preis eingeheimst, insbesondere für das Landzüngle. Dieses Bier gibt es nur aus dem Fass und in ausgewählten Gasthöfen des Allgäus und Oberschwabens. Überraschend für eine Brauereigaststätte ist im Mohren, dass sich auch die Weinauswahl sehen lassen kann. Denn durch ihre Weinreisen haben die Pferdts Kontakte in viele Anbaugebiete.

Brauereigaststätte Mohren, Wangener Straße 1, 88299 Leutkirch/Allgäu, Tel. 07561/ 98570. Anfahrt: Autobahn 96, Ausfahrt Leutkirch-Süd, Richtung Stadtmitte, Wangener Straße, nach der zweiten Ampelanlage liegt der Mohren auf der rechten Seite. Großer Parkplatz vor dem Haus. www.brauereigasthofmohren.de

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