Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [0.00/0]

Berlinale Jury-Präsident Leigh: "Alles ist schneebedeckt"

dpa, vom 09.02.2012 12:45 Uhr
vorherige Bild 1 von 7 nächste
Jurypräsident Mike Leigh wundert sich über den Schnee in Berlin. Foto: Sebastian Kahnert Foto: dpa
Jurypräsident Mike Leigh wundert sich über den Schnee in Berlin. Foto: Sebastian Kahnert Foto: dpa

Berlin - Die zahlreichen weltweiten politischen Unruhen könnten die Sichtweise der diesjährigen Berlinale-Jury beeinflussen.

"Ich denke, es ist unmöglich für jeden einzelnen von uns in der Jury, irgendeinen Film zu beurteilen ohne jeden einzelnen von ihnen sowohl politisch, sozial und gesellschaftlich als auch aus künstlerischer Sicht zu beurteilen", sagte der Jury-Präsident, der britische Filmemacher Mike Leigh (68), am Donnerstag vor der Eröffnung der 62. Internationalen Filmfestspiele am Abend. "Wir sind zu kultiviert und intelligent als dass wir das nicht machen könnten", ergänzte er in Hinblick auf die derzeitigen zahlreichen Spannungen in der Welt. Ansonsten hoffe er, dass alle anderen sieben Jurymitglieder unvoreingenommen die Filme schauen werden.

Auch für den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2011, könnte die Juryteilnahme politische Relevanz haben: "Durch den Friedenspreis bin ich in meinem Land sichtbarer und daher sicherer", sagte der 62-Jährige, der wegen seiner Kritik an der Politik Algeriens seine Stellung im Staatsdienst verlor. Sein Sitz in der Berlinale-Jury könnte den Schutz verstärken, so Sansal. "Ich könnte sichtbarer sein, nicht nur in meinem Land, sondern weltweit."

Zu der achtköpfigen Jury unter Vorsitz von Leigh gehören außerdem die Schauspieler Jake Gyllenhaal, Charlotte Gainsbourg und die Deutsche Barbara Sukowa. Auch die Filmemacher Francois Ozon, Anton Corbijn und der iranische Regisseur Asghar Farhadi sind mit dabei. Farhadi gewann im vergangenen Jahr den Goldenen Bären für sein Drama "Nader und Simin".

Die 62-Jährige Sukowa nimmt ihre Aufgabe dabei sehr ernst. "Das ist eine große Verantwortung", sagte die Schauspielerin aus Werken wie "Berlin Alexanderplatz" und "Lola". Präsident Leigh haben ihnen in einem ersten Gespräch gesagt, sie sollten möglichst offen sein. "Wir müssen also versuchen, unsere eigenen Vorurteile beiseite zu schieben."

Ein bisschen Spaß wird es aber wohl auch geben. Leigh erzählte zum Beispiel, die Jury werde sich zu unzähligen Essen treffen und vielleicht auch etwas Berlin erkunden. Seine wenigen Deutschkenntnisse könnten ihm dabei vielleicht etwas helfen: "Alles ist schneebedeckt", sagte der Brite mit feinstem englischen Akzent.

Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Titel *  
     
Autor *  
     
Kommentar *  
             
(optional)
E-Mail   (wird nicht veröffentlicht)
             
Straße     Hausnr.  
             
PLZ     Wohnort  
             
    (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)
             
      * Pflichtfelder
Bee Gees-Sänger Robin Gibb erliegt Krebsleiden
Im Alter von 62 Jahren ist Robin Gibb, der Sänger der Bee Gees, in England gestorben.
Auf den Spuren der „Tatort“-Ermittler
105 000 Krimi-Fans suchen online nach dem „Tatort“-Mörder – und kämpfen mit technischen Pannen.

 

Anzeige
Nachrichtenticker
07:47   Ölpreise beenden vorerst Talfahrt
07:12   Nachbeben erschüttern Norden Italiens
06:54   Atomverhandlungen im Iran - IAEA-Chef reist nach Teheran
06:47   "Aus tiefer Not" - Musikerprotest gegen Orchester-Aus
06:33   Sarrazin verteidigt sein Anti-Euro-Buch
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Interaktiv
  • Umfrage
Robben

Der FC Bayern München schloss die Bundesliga auf Platz zwei ab, verlor erst das DFB-Pokalfinale und nun das Champions-League-Finale. Haben Sie Mitleid mit den Bayern?

 
Ja sicher. Das ist im Moment eine ganz bittere Phase für die Bayern
Nein, auf keinen Fall. Gewinnen die erfolgsverwöhnten Bayern halt mal nix
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise